WELT


Präsident Maduro Erhöhung des Mindestlohns um rund 60 Prozent angeordnet

Baku, 1. Mai, AZERTAC

Die venezolanische Regierung hat eine Erhöhung des Mindestlohns um rund 60 Prozent angeordnet. "Ich muss dafür sorgen, dass das Volk Arbeit, Bildung, Gesundheit und Obdach hat", sagte Präsident Nicolás Maduro in seiner allwöchentlichen Sonntagsansprache.

Die Ankündigung kommt mitten in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Das ölreichste Land der Welt wird seit Wochen von schweren Protesten erschüttert. Mehr als 30 Menschen starben bislang, rund 500 wurden verletzt. Hunderttausende Venezolaner forderten auf den Straßen Neuwahlen und die Freilassung politischer Häftlinge. Auslöser der Proteste war die zeitweise Entmachtung des Parlaments, das seit Anfang 2016 von der Opposition kontrolliert wird.

Dass jedoch mit der Erhöhung die schwere Versorgungskrise in dem Land entschärft wird, ist höchst unwahrscheinlich: Wegen der höchsten Inflation der Welt entspricht der Mindestlohn (65.000 Bolívar) weniger als sechs Euro beim offiziellen Wechselkurs - wegen Devisenmangels ist das Geld auf dem Schwarzmarkt viel weniger wert. Medikamente und viele Grundnahrungsmittel sind in den Läden ohnehin kaum zu finden.

Es war die dritte Erhöhung des Mindestlohns innerhalb dieses Jahres - und die 15. seit Maduro 2013 zum Präsidenten gewählt wurde.

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