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Prostatakrebsvorsorge per PSA-Test senkt das Sterberisiko um mehr als ein Fünftel

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Baku, den 9. August (AZERTAG). Verfahren zur Krebsvorsorge sind umstritten. Nun zeigt eine Studie deutliche Ergebnisse: Der PSA-Test kann die Anzahl der Todesfälle um mehr als 20 Prozent senken. Doch er kann auch Schaden anrichten.

Dennoch raten die Wissenschaftler, den Test nicht flächendeckend einzuführen. Dafür sei die Zahl von Überdiagnosen und überflüssigen Therapien zu groß, schreiben sie im Fachmagazin „The Lancet“.

Seit Langem diskutieren Mediziner über den Wert des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatatumoren, der häufigsten Krebserkrankung bei Männern.

Das Verfahren ermittelt die Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Erhöhte Werte können auf die Erkrankung hinweisen. Kritiker bemängeln, das Verfahren schlage zu oft unnötig Alarm.

Bei der European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC), die 1993 in acht europäischen Ländern startete, wurden mehr als 162.000 Männer im Alter von 50 bis 74 Jahren per Los in zwei Gruppen geteilt: Eine Hälfte wurde in der Regel alle vier Jahre dem PSA-Test unterzogen und bei erhöhten Werten weiter untersucht, die Übrigen nicht.

Die Studie zeigt, dass die regelmäßigen Tests besonders über einen langen Zeitraum das Sterberisiko senken: Nach neun Jahren lag es in der PSA-Gruppe um 15 Prozent niedriger als in der anderen Gruppe, nach elf Jahren sogar um mehr als 20 Prozent.

Die PSA-Untersuchung verringert die Todesfälle durch Prostatakrebs substanziell, in ähnlichem Maße oder stärker als die Brustkrebsvorsorge.

Dennoch raten die Mediziner von der Einführung des Tests ab: Rund 40 Prozent der diagnostizierten Fälle seien Überdiagnosen, die zu Übertherapien mit häufigen Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Impotenz führen könnten. Um einen Todesfall zu verhindern, wurden im Zeitraum von 13 Jahren 27 Männer wegen Prostatakrebs behandelt.

Weitere Studien seien dringend geboten, um die sehr große Zahl jener Männer zu verringern, die Vorsorge, Biopsien und Therapien unterzogen werden, um nur einigen wenigen Patienten zu helfen.

Das PSA-Screening ist kein perfekter Test. Dennoch sei es hilfreich, um das Erkrankungsrisiko abzuschätzen. Wichtig sei, dass Männer über die Aussagekraft des Tests informiert seien.

Prostatakrebs ist vergleichsweise berechenbar, sagen Urologen und verweisen darauf, dass diese Tumore vergleichsweise langsam wachsen. Deshalb würden Tumore heute nicht mehr grundsätzlich bestrahlt oder operiert. Stattdessen werde verstärkt die sogenannte aktive Überwachung angewandt, bei der das Tumorwachstum kontinuierlich beobachtet und nur bei Bedarf eingegriffen wird.

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