WELT


Rätselraten um riesiges Loch in Sibirien

A+ A

Baku, den 18. Juli (AZERTAG). Es ist 80 Meter im Durchmesser und so tief, dass man aus der Luft den Boden nicht sieht. In Sibirien hat sich ein gigantisches Loch aufgetan. Laut Medienberichten soll nun ein Forscherteam das rätselhafte Phänomen untersuchen.

Die Luftbilder wirken spektakulär. Mitten in einer grünen Landschaft klafft ein gewaltiges Loch. Es ist kreisrund und seine Wände so glatt, als hätte sich ein gigantischer Bohrer ins Erdreich der sibirischen Halbinsel Jamal gefressen. Wie die „Siberian Times“ berichtet, hat das Loch einen Durchmesser von 80 Metern, seine Tiefe sei unbekannt. Wissenschaftler befänden sich bereits auf dem Weg, um das Phänomen vor Ort zu untersuchen. Zu dem Team sollen zwei Experten vom Zentrum für Arktisstudien und einer vom Kryosphären-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften gehören.

Woher das Video stammt, das auf der Plattform LiveLeak auftauchte, ist ebenso unbekannt wie die Ursache des Lochs. Spekulationen aber gibt es jetzt schon reichlich. Sie reichen von einer Methan-Explosion über einen Meteoriteneinschlag bis hin zur Landung von Außerirdischen.

Ein Sprecher der örtlichen Regierung hat laut „Siberian Times“ aber bereits ausgeschlossen, dass ein Meteorit die Ursache war. Schaut man sich Satellitenbilder der Halbinsel an, fällt auf, dass Erdlöcher dort alles andere als selten sind. Vielmehr wirkt die Region aus der Luft betrachtet wie ein Schweizer Käse. Die Karstlandschaft ist übersät von Löchern, von denen viele kreisrund sind. Dennoch dürfte fraglich sein, ob es sich bei dem Loch um einen sogenannten Karsttrichter handelt. Der Wall rund um den Rand legt nahe, dass das Erdreich aus dem Boden geschleudert wurde.

Die Region ist reich an Gasvorkommen; laut „Siberian Times“ liegt nur 30 Kilometer vom Krater entfernt das Bowanenkowo-Gasfeld, das größte seiner Art auf der Halbinsel Jamal. Die Zeitung zitiert die russische Arktis-Forscherin Anna Kurchatowa mit der Vermutung, dass es sich um eine Explosion eines Gemisches aus Gas, Wasser und Salz gehandelt habe. Das Eis im Permafrostboden sei im Zuge des Klimawandels geschmolzen, und mit ihm gefrorenes Methan. Hinzu komme Salz, da die Region einst von Meerwasser bedeckt war. Das Gas könne dann aus dem Boden geschossen sein wie der Korken aus einer Champagnerflasche.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind