GESELLSCHAFT


Rauchen, Smog, schlechte Ernährung lassen Krebsrisiko steigen

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Baku, 7. Januar, AZERTAG

Rauchen, Smog, schlechte Ernährung – es gibt vieles, was das Krebsrisiko steigen lässt. Meist ist es aber einfach Zufall, wenn Zellen spontan mutieren, sagen US-Forscher.

"Jede Art von Krebs entsteht durch ein Zusammenspiel aus Pech, Umwelteinflüssen und erblicher Veranlagung", sagte Bert Vogelstein, einer der bekanntesten Krebsforscher weltweit. Das mag banal klingen, doch für jeden Krebspatienten ist die Frage nach dem Warum von enormer Bedeutung. Wer Krebs bekommt, will wissen: Konnte ich etwas dafür? Oder war es einfach nur Zufall, dass es mich erwischt hat?

„Wir haben ein Modell entwickelt, das quantifiziert, wie groß der Anteil der drei Faktoren an der Entstehung von Krebs ist“, verkündete Vogelstein nun. Erstellt hat er es zusammen mit dem Onkologen Cristian Tomasetti. Beide forschen an der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland.

Demnach sind zwei Drittel aller Tumore unter Erwachsenen die Folge zufälliger, spontaner Mutationen im Erbgut. Nur in einem Drittel der Fälle sind erbliche Vorbelastung oder Umwelteinflüsse die Hauptursache. Veröffentlicht haben die Forscher ihr Rechenmodell im Magazin Science.

Verschiedene Krebsarten sind unterschiedlich häufig. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens Lungenkrebs zu bekommen, liegt berechnet für die amerikanische Bevölkerung zum Beispiel bei 6,9 Prozent. Schilddrüsenkrebs bekommen nur 1,08 Prozent und Hirntumore sind mit 0,6 Prozent schon sehr selten. Solche Zahlen verglichen die Wissenschaftler mit der durchschnittlichen Häufigkeit von Stammzellteilungen in bestimmen Geweben im Laufe eines menschlichen Lebens. Genau bei solchen Teilungen kommt es nämlich zu den typischen Fehlern in der DNA, die nachher das Wachstum eines Tumors lostreten.

Das Ergebnis ist eine simple Korrelation: In Geweben, in denen sich Stammzellen besonders oft teilen (etwa im Dickdarm), ist das Tumorrisiko höher als dort, wo kaum Zellteilungen stattfinden (zum Beispiel im Dünndarm).

Dieser Zusammenhang ergab sich so derart deutlich, dass er erklären kann, warum bestimmte Gewebe so viel häufiger von Krebs befallen werden als andere – und zwar ganz unabhängig von Risikofaktoren, die bekanntermaßen bestimmte Krebsformen auslösen können.

Die neuen Erkenntnisse stellen nicht infrage, dass etwa Rauchen das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, massiv erhöht, oder dass HPV-Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Vererbte Gendefekte können bestimmte Formen von Brustkrebs auslösen – all das gilt weiterhin. Aber die Statistik zeigt, dass Tumore ihre Hauptursache im Teilungsprozess von Stammzellen haben und die Häufigkeit der Teilungen massiv beeinflusst, ob ein Gewebe zu Tumoren neigt oder nicht.

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