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Real Madrid will 50 Millionen für Stadionnamen

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Baku, den 28. Oktober (AZERTAG). Namensrechte für Fußballstadien sind ein dickes Geschäft für die Vereine. Nun will Real Madrid zuschlagen. Nur zum Vergleich: Die Allianz zahlt für das Münchener Stadion sechs Millionen Euro im Jahr.

Ein Gerücht geht um in Spanien – und es ist ganz nach dem Geschmack von Florentino Pérez, dem Präsidenten von Real Madrid: Schnappt sich Audi die Namensrechte am demnächst runderneuerten Bernabéu-Stadion?

Spanische Zeitungen wie AS und Marca bringen den Ingolstädter Autobauer in enge Verbindung mit Pérez' bekundetem Willen, den historischen Namen, der den verdienten Real-Präsidenten Santiago Bernabéu ehrt, noch mit einem verblichen Suffix zu veredeln. Beziehungsweise: zu versilbern.

Wie üblich in phantasievollen Momenten legte Pérez umgehend die finanzielle Messlatte hoch: Die Summe von 50 Millionen Euro pro Saison brachte er laut Medienberichten selbstbewusst ins Spiel, die ein solcher Namenspartner zahlen solle.

Audi als möglicher Werbepartner - Eine Audi-Sprecherin möchte die Angelegenheit „momentan nicht kommentieren“ – und verweist lediglich auf die seit 2003 bestehende Rolle als Fahrzeugpartner des Klubs. Ronaldo und Co. flitzen mit Ingolstädter Dienstwagen zum Training.

Auch Branchenexperten schütteln den Kopf. Das Audi-Stadiongerücht sei „nicht stichhaltig“. Es könnte eine Finte sein, um möglicherweise stockende Verhandlungen mit anderen Partnern wieder in Gang zu bringen.

So gilt die Fluggesellschaft Emirates – bereits Trikotsponsor – als glaubhafterer Interessent, der nach dem bestehenden Trikotsponsoring auch den Stadionnamen des gesponserten Vereins belegen könnte. Die Blaupause für solch einen Doppeldeal hat Emirates schon in London geschaffen: bei Arsenal London.

Beinamen des Madrider Stadions bleibt erhalten - Sicher ist: „Wir suchen einen Förderer für das Stadion.“ Das erklärte Pérez in diesem Monat. “Der historische Name Estadio Santiago Bernabéu wird bleiben, doch das Stadion wird einen Beinamen erhalten. In den kommenden Wochen werden wir das klären.“

Der in der Kritik stehende Präsident des hoch verschuldeten Vereins sucht nach Wegen, um über das Namensrecht erhebliche Erlöse zu generieren. Ob sich die Marketingprofis aus dem Emirat allerdings als Namensergänzungsmittel ordentlich repräsentiert fühlen würden, darf bezweifelt werden. Zu groß wäre die Gefahr, dass internationale Reporter einfach beim gewohnten „Bernabéu“ blieben und der erhoffte Werbeeffekt verpuffen würde.

„Vielleicht verlangt Pérez da eine Null zu viel“, sagt ein Kenner der spanischen Szene spöttisch. 50 Millionen, der Gegenwert eines vollen Mesut-Özil-Transfers, liegt weit außerhalb der geläufigen Dimensionen: Sechs Millionen Euro im Jahr zahlt die Allianz in München für das Namensrecht an der Arena des Champions-League-Titelhalters.

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