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Sahara-Stürme

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Baku,15. August, AZERTAC

Ein Sandstrahlgebläse aus der Sahara hat die Kanaren mit Staub überzogen. Neben enormer Hitze bringt der Wind auch positive Effekte.

Jeder Spatenstich auf den Kanarischen Inseln fördert erhebliche Mengen Sahara-Sand zutage. Regelmäßig blasen Ostwinde Myriaden Partikel aus der Sahara über den Atlantik. Jetzt war es wieder soweit.

Der sogenannte Calima trieb trockene, heiße Luft aus der Wüste über die Inseln. Der Sandwind, auf Spanisch „Bruma Seca“ - also „trockener Nebel -, ist gefürchtet: Er beeinträchtigt die Sicht, schädigt Pflanzen, reizt die Atemwege und seine hitzige Luft strengt den Kreislauf an.

Der Sand wirkt aber auch positiv: Seine kalkhaltigen Minerale machen den Boden fruchtbar. Auch das Meer düngt er - seine Eisenpartikel lassen Algen sprießen.

Der Himmel färbt sich an Sandwindtagen milchig; oft sind knallrote Sonnenuntergänge zu sehen. Mancherorts fällt sogenannter Blutregen, er hinterlässt einen Staubfilm, der auf Autodächern rotbraun schimmert.

Bremse für Hurrikane - Das Sandstrahlgebläse aus der kargen Sahara quert häufig den gesamten Atlantik, es düngt auf der anderen Seite des Meeres den südamerikanischen Regenwald - dort lassen die Wüstenpartikel die Baumriesen des Dschungels sprießen.

Nährstoffe gelangen aus Afrika sogar bis in den Regenwald von Ecuador. Auch ein Großteil der oberen Erdschichten der Karibikinseln besteht aus Sahara-Staub. Halten die Sahara-Stürme jedoch länger an, schaden sie mitunter der Region. In der Karibik gedeihen Giftalgen, Fische gehen zugrunde.

Doch der Staub verhindert auch manches Unglück - er bremst offenbar Hurrikane. In Zeiten starker Staubstürme aus Afrika habe es vor Amerika weniger Hurrikane gegeben, haben Geoforscher herausgefunden. Der warme Staub schwächt den Temperaturgegensatz mit dem Ozean und drosselt damit den Aufstieg der Luft - Wirbelstürme verlieren an Schwung.

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