WELT


Schießerei in Chicago: 27 Opfer

Baku, 26. Dezember, AZERTAC 

Die Waffengewalt in Chicago erreicht einen traurigen Rekord: Die Zahl der Toten ist der höchste seit fast zwei Jahrzehnten. Allein in den ersten beiden Weihnachtstagen gab es 27 Opfer von Schießereien.

In den Straßen von Chicago explodiert die Gewalt. In der drittgrößten Stadt der USA sind innerhalb von 48 Stunden sieben Männer durch Waffengewalt ums Leben gekommen. Mindestens 20 Menschen wurden an den Weihnachtsfeiertagen verletzt.

Unter den Mordopfern war laut "Chicago Tribune" ein 18-Jähriger, der mehrmals in Genick und Rücken geschossen wurde. Er fuhr Sonntag früh um 1.30 Uhr durch das Gage-Park-Viertel. Auf einer Familienfeier, die am Abend auf einer Terrasse stattfand, wurde das Feuer eröffnet: Dabei starben ein 18- und ein 21-Jähriger, fünf Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.

Am Nachmittag zuvor wurden ein etwa 40-jähriger Mann mit Schusswunden im Rücken, Bein und Kopf tot auf der Straße aufgefunden und ein 22-Jähriger von einem vorbeifahrenden Lastwagen erschossen. Ein 24-Jähriger war am Morgen nach einer Schießerei auf offener Straße schwer verletzt und starb später im Krankenhaus.

Chicago gilt als US-Hauptstadt der Waffengewalt, Morde und Schießereien scheinen zum Alltag zu gehören. In diesem Jahr aber ist der Anstieg extrem: 2016 sind bisher 745 Menschen ermordet worden, sagte der Sprecher der Chicagoer Polizei, Jose Estrada, am Sonntag der "New York Times". Das sei ein Anstieg um 56 Prozent zum Vorjahr.

Die Zahl der Opfer von Schießereien insgesamt betrage nun 4252, sagte Estrada - das sind 47 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im Jahr 2015. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten ist laut "Chicago Tribune" die Zahl von 700 Morden pro Jahr übertroffen worden. Fast alle Toten waren Männer, die Mehrheit unter 30 Jahre.

Zum Teil geht die Waffengewalt von kriminellen Gangs in der 2,7 Millionen Einwohner zählenden Metropole aus. Die Banden tragen Revierkämpfe aus oder streiten sich einfach nur um Freundinnen. Schnell eskalieren die Auseinandersetzungen dabei zu Schusswechseln. Auch nehmen die Spannungen zwischen Polizeikräften und der Bevölkerung zu.

Im Juni wurde sogar ein 28-Jähriger plötzlich von Schüssen getötet, als er ein Livevideo von sich online stellte. Er sprach gerade darüber, dass es in der Stadt sehr heiß sei. Dann brach er zusammen, Menschen schrien. Die Sequenz wurde live bei Facebook gestreamt.

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