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Schimpansen haben's gern bequem

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Baku, den 22. April (AZERTAG). Jeden Abend bauen Schimpansen ein neues Nest im Baum und sind dabei ziemlich wählerisch. Stabil muss das Holz der Schlafstätte sein - und reichlich Baumaterial für ein komfortables Bett bereithalten.

Auch Schimpansen ruhen gern gemütlich. Jeden Abend errichten sie eine neue Schlafstatt auf einem Baum, nur selten werden Nester repariert und erneut genutzt. Trotz einmaliger Nutzung muss das Bett im Baum gewisse Kriterien erfüllen: Unter allen zur Verfügung stehenden Baumarten wählen die Affen die mit dem stabilsten Holz für ihr Schlafnest aus, berichten US-Biologen im Fachjournal „PloS One“. Zudem suchen sie gezielt Bäume, mit deren Ästen sich besonders gut bequeme Nester anlegen lassen.

David Samson von der Universität Nevada in Las Vegas und Kevin Hunt von der Universität von Indiana in Bloomington haben beobachtet, dass die Schimpansen im Toro-Semliki Nationalpark in Uganda gezielt bestimmte Bäume aussuchen, um deren Zweige zu Schlafplattformen zu biegen. Obwohl im Schnitt weniger als 10 von 100 Bäumen in den von den Schimpansen bewohnten Galeriewäldern zur Baumart Muhimbi (Cynometra alexandri) gehören, bildete diese Art die Basis von etwa 74 Prozent der 1844 untersuchten Schlafnester.

Steif, mit vielen Verzweigungen - Die Forscher untersuchten daraufhin die mechanischen Eigenschaften typischerweise genutzter Äste bei sieben in dem Gebiet häufigen Baumarten. Sie fanden, dass es sehr gute Gründe für die Wahl der Tiere gibt: Die Äste des Muhimbi-Baumes sind nicht nur die steifsten und bruchfestesten, sie zeigen außerdem den geringsten Abstand von Astgabeln und im Verhältnis zur Astlänge die geringste Blattfläche.

Das erleichtere es, aus ihnen Nester zu formen, schreiben die Forscher. Zudem wachse der Baum schirmförmig, aber nicht zu weit ausladend. „Wie die Menschen wählen auch Schimpansen sehr genau aus, wenn es darum geht, wie sie schlafen“, kommentiert David Samson. „Das zeigt, dass für die Affen ein komfortables Bett hoch attraktiv ist, bis hin zum Holz seines Materials.“

Der Muhimbi, auch Angu genannt, ist ein in Ost- und Zentralafrika verbreiteter Baum aus der Familie der Leguminosen. Er kann bis zu 45 Meter hoch werden. Sein rotbraunes Holz ist sehr hart und beständig gegen Termiten, es wird gern für strapazierfähige Bodendielen und Eisenbahnschwellen verwendet.

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