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Schnellste Weltumrundung von Fjodor Konjuchow

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Baku, 22. Juli, AZERTAC

Fjodor Konjuchow will die schnellste Weltumrundung aller Zeiten in einem Heißluftballon hinlegen. Gerade überfliegt er den Antarktischen Ozean. Im Interview spricht sein Sohn, der Chef der Flugkontrolle, über die Gefahren.

Andere in seinem Alter beginnen, sich in Vollzeit der Pflege von Balkonpflanzen zu widmen, dem Schnitzen von Kettensägen-Skulpturen oder dem Training eines Nachwuchs-Sportteams. Doch der Russe Fjodor Konjuchow, 65, war sein ganzes Leben lang ein bisschen extremer als der Rest. Er hat im Vietnamkrieg gekämpft, hat den Mount Everest ebenso bestiegen wie die höchsten Berge aller anderen Kontinente, ist allein über Atlantik und Pazifik gerudert, zum Nord- und Südpol gewandert - und noch so einiges mehr, eine Umsegelung der Antarktis zum Beispiel.

Kein Wunder, dass er aussieht wie eine Mischung aus Rasputin und Reinhold Messner. Nebenbei hat er sich noch zum russisch-orthodoxen Priester ausbilden lassen, eine Handvoll Bücher geschrieben und nach eigenen Angaben 3000 Zeichnungen und Bilder angefertigt.

Aktuell hat sich Konjuchow nun in die winzige Kabine eines insgesamt 52 Meter hohen, in Großbritannien gefertigten Rozière-Ballons gezwängt, eine Kombination aus Helium- und Heißluftballon. Mit dem fliegt er einmal um die Welt, mit bis zu 300 Kilometer pro Stunde. Bequem ist die Reise noch nicht einmal ansatzweise: Nur vier Stunden Schlaf am Tag sind für den Piloten drin, eingeteilt in 45 Minuten lange Abschnitte.

Vor seinem Flug hat Konjuchow mit dem deutschen Gasballonfahrer Wilhelm Eimers in der Gegend um Düsseldorf trainiert, außerdem ging es von München zu einem Testflug über die Alpen nach Venedig. Doch jetzt sind die Distanzen ganz andere: Von West nach Ost führte die Ballonexpedition nach dem Start am 12. Juli von Australien aus über Neuseeland, den Pazifik, Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien, den Atlantik, die Küstengewässer Südafrikas und den Indischen Ozean.

Im letzten Abschnitt des Flugs reist er nun an der Antarktis vorbei, zurück nach Australien. Insgesamt 33.000 Kilometer will Konjuchow zurücklegen, vielleicht werden es auch noch etwas mehr.

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