WELT


Schwere Explosion im BASF-Werk

Baku, 18. Oktober, AZERTAC 

Mehrere Tote, ein halbes Dutzend Schwerverletzte: Im BASF-Werk Ludwigshafen ist der Großbrand gelöscht, aber die Lage bleibt unübersichtlich. Neue Erkenntnisse gibt es über den Hergang des Unglücks.

Auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen hat die Feuerwehr nach der schweren Explosion mit mindestens zwei Toten den Brand gelöscht. "Das Feuer ist zwar aus", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Lage sei aber nach wie vor diffus. "Für die Rettungskräfte ist es schwer, an den Unglücksort heranzukommen."

Am Montagvormittag waren mindestens zwei Mitarbeiter des Unternehmens getötet worden, als es nach einem Brand an einer Rohrleitung des Hafens zu der Explosion gekommen war. Nach Darstellung des Unternehmens war zu diesem Zeitpunkt gerade die Werkfeuerwehr zum Löschen eingetroffen.

Zwei Menschen werden derzeit noch vermisst, sechs weitere wurden schwer verletzt. "Wir bedauern zutiefst, dass Mitarbeiter verstorben sind und mehrere Menschen verletzt wurden. Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Familien", sagte Werksleiter Uwe Liebelt laut einer Mitteilung des Konzerns.

Die genau Ursache des Unglücks ist noch unklar. "Wir werden natürlich alles daran setzen, das schnell in Erfahrung zu bringen", hatte Liebelt am Montag gesagt. Dem Unternehmen zufolge waren Rohrleitungen mit Ethylen und Propylen in Brand geraten. Ethylen werde unter anderem zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln verwendet, Propylen komme bei der Produktion von Autolacken, Dispersionen und Klebstoffen zum Einsatz.

Umweltmessungen in der Luft und am Boden blieben zunächst unauffällig. Eine Wolke aus Rauch und Ruß zog über Teile von Ludwigshafen und Mannheim hinweg. Anwohner wurden deshalb aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Aus Sicherheitsgründen fuhr die BASF nach der Explosion insgesamt 14 Produktionsanlagen herunter, insgesamt sind nach Konzernangaben rund 20 Anlagen ausgeschaltet oder im Teillastbetrieb. Betroffen davon waren unter anderen zwei sogenannte Steamcracker. Diese Anlagen sind laut BASF das Herzstück des Werks, dort entstünden etliche chemische Grundbausteine für die Produktion von Kunststoffen.

In dem Binnenhafen des Chemiekonzerns werden Flüssiggase und brennbare Flüssigkeiten verladen. Am Montag fanden nach BASF-Angaben Arbeiten auf dem Gelände statt - ob jedoch am späteren Explosionsort, ist noch unklar. Auch die wirtschaftlichen Folgen und die Schadenshöhe sind noch völlig unklar.

Bei den Rettungs- und Löscharbeiten waren die Freiwillige Feuerwehr Ludwigshafen, die Berufsfeuerwehr und die BASF-Feuerwehr mit über 160 Mann im Einsatz. Auch Notfallseelsorger sowie weitere Rettungskräfte waren vor Ort. Zwischen dem Landeshafen Nord und dem Rhein wurden Wassersperren errichtet.

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