WIRTSCHAFT


Shell gibt seine Bohrrechte in der Arktis auf

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Baku, 9. Juni, AZERTAC

Der Energiekonzern Shell hat seine Bohrrechte in der Arktis aufgegeben. Der Energiekonzern übertrug seine Erkundungslizenzen für die polaren Gewässer an die kanadische Umweltorganisation Nature Conservancy, die sie wiederum an die Regierung weitergab.

In der Region Lancastersund vor der Nordküste leben Wale, Seehunde, Walrosse, Eisbären und viele Vögel. Die kanadische Regierung plant dort die Errichtung eines 44.500 Quadratkilometer großen Schutzgebiets - das entspricht etwa der Größe von Niedersachsen. Durch den Beitrag von Shell könnte das Gebiet um weitere 8600 Quadratkilometer wachsen.

Bei der Entscheidung für den Rückzug aus der kanadischen Arktis dürfte Shell auch den Ölpreis im Blick gehabt haben. Bereits am Dienstag hatte Shell bekannt gegeben, seine Ölerkundungen weltweit wegen der fallenden Ölpreise einzuschränken.

Der Vorsitzende von Nature Conservancy, John Lounds, begrüßte nun die Kooperationsbereitschaft von Shell. Der Energiekonzern war in der Vergangenheit immer wieder scharf für seine Ölerkundungen weltweit kritisiert worden. Greenpeace wies darauf hin, dass die sensible Arktisregion durch entsprechende Aktivitäten von Ölkonzernen nach wie vor gefährdet sei.

Für Protest hatte im vergangenen Jahr ein Erkundungsprojekt vor Alaska gesorgt: Weltweit demonstrierten Menschen gegen die Bohrungen. Shell stoppte kurz danach die Erkundungen in der Arktis vor Alaska. Grund dafür waren nicht etwa Umweltbedenken, vielmehr waren die Kosten zu hoch und die Erfolgsaussichten zu gering.

Kurz darauf stoppte der Energieriese auch ein aufwendiges Ölsandprojekt in Kanada. Das Verfahren war angesichts der Entwicklungen auf dem Ölmarkt zu teuer geworden. Damals hatte das Unternehmen angekündigt, auch andere Vorhaben zu überprüfen und das Portfolio umzubauen.

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