WIRTSCHAFT


Shell muss wegen des Ölpreisverfalls schwere Gewinneinbußen hinnehmen

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Baku, 21. Januar, AZERTAC 

Der niedrige Ölpreis lässt die Gewinne des Energiemultis Shell implodieren. Im Zuge der Übernahme des britischen Gasförderers BG sollen zudem 10.000 Stellen gestrichen werden.

Der britisch-niederländische Energiekonzern Shell muss wegen des Ölpreisverfalls schwere Gewinneinbußen hinnehmen. Im Schlussquartal 2015, so befürchtet die Geschäftsleitung, werden unter dem Strich nur 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar übrig bleiben. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,3 Milliarden Dollar gewesen.

Die notwendigen Sparmaßnahmen bekommen die Mitarbeiter zu spüren. Im Zuge der geplanten Übernahme des britischen Gasförderers BG sei 2015 und 2016 ein Abbau von 10.000 Stellen in beiden Unternehmen geplant, hieß es. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um weitere drei Milliarden Dollar gesenkt werden.

Die großen Ölkonzerne sind wegen stark gesunkener Ölpreise massiv unter Druck geraten. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich am Morgen um 2,1 Prozent auf 28,15 Dollar je Barrel und lag damit nur noch etwa einen halben Dollar über ihrem Zwölfjahrestief vom Montag. Die US-Sorte WTI war mit 27,49 Dollar zeitweise so billig wie zuletzt im September 2003.

Shell hält an BG-Übernahme fest - Trotz des Preisverfalls hält Shell an der geplanten Übernahme der BG Group fest. Diese sei nur noch eine Frage von Wochen, hieß es. Der Konzern hatte Anfang April 2015 der Fusion mit Shell zugestimmt. Der Wettbewerber wollte damals umgerechnet knapp 70 Milliarden Dollar in Aktien und Bargeld für die BG Group auf den Tisch legen. Shell will sich gemeinsam mit dem Partner verstärkt Tiefseebohrungen und dem Flüssiggas LNG zuwenden.

BG Group konnte dank eines höheren Ausstoßes die Auswirkungen der niedrigen Energiepreise im vergangenen Jahr etwas abfedern. 2015 dürfte der Gewinn bei mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar liegen, teilte der Konzern mit. Wie allen Öl- und Gasproduzenten macht auch BG der Ölpreisverfall zu schaffen. BG-Chef Helge Lund sieht den Konzern nun auf Kurs oder sogar etwas über den Zielvorgaben.

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