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Skandalumwitterte US-Großbank JP Morgan

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Baku, den 15. November (AZERTAG). Verwandte der chinesischen Führungselite stehen angeblich auf der Gehaltsliste von JP Morgan. Laut „New York Times“ zahlte die US-Großbank der Tochter von Ex-Ministerpräsident Wen insgesamt 1,8 Millionen Dollar, womöglich um Einfluss zu erlangen. Das Geldhaus schweigt zu den Vorwürfen.

Journalisten der „New York Times“ haben vertrauliche Dokumente ausgewertet, die Ergebnisse der Recherche richten sich gegen die skandalumwitterte US-Großbank JP Morgan Chase. Das Finanzinstitut soll der Zeitung zufolge 1,8 Millionen US-Dollar an eine Beratungsfirma der Tochter des früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao gezahlt haben.

Die wenig bekannte Firma heißt Fullmark Consultants, sie soll nur zwei Mitarbeiter beschäftigt haben, berichtet die Zeitung. Die Chefin „Lily Chang“ sei in Wirklichkeit Wen Ruchun gewesen, die einzige Tochter des Premiers, der im März abgetreten war.

Nach der Meinung von Experten, die von der „New York Times“ mit der Bewertung der Dokumente betraut wurden, könnten die angeblichen Zahlungen an Wen Ruchun Teil einer breit angelegten Strategie der Bank sein. Wenn die Vorwürfe stimmen, dass die Verwandten der chinesischen Führungselite auf der Gehaltsliste von JP Morgan standen, könnte dies darauf hindeuten, dass das Geldhaus größeren Einfluss in der Volksrepublik erlangen wollte, heißt es.

Geschäfte mit der staatlichen China Railway - In den USA laufen wegen solcher Praktiken schon Ermittlungen gegen die Bank. Wie die „New York Times“ vor einem Jahr berichtet hatte, sollen Wen Jiabaos Familie und ihr engeres Umfeld einen Milliardenbesitz angesammelt haben.

Zwischen 2006 und 2008 habe JP Morgan Chart zeigen zweimal jährlich 900.000 Dollar an Fullmark Consultants gezahlt. In der Zeit habe die Bank auch in Unternehmen mit Beziehungen zur Familie von Wen Jiabao investiert, der als Premier verantwortlich für Wirtschaft und Finanzen war. In einem Schreiben habe die Firma vorgegeben, Geschäfte mit der staatlichen China Railway Corporation eingeleitet zu haben, berichtete die Zeitung. Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

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