GESELLSCHAFT


Ständiger Fluglärm lässt Kinder langsamer Lesen lernen

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Baku, 8. November, AZERTAG

Ständiger Fluglärm lässt Kinder langsamer Lesen lernen. Mindestens einen Monat länger als andere brauchen Zweitklässler dafür in Grundschulen rund um den Frankfurter Flughafen. Das ist das Ergebnis einer Studie über die Auswirkungen von Fluglärm.

Im Frühjahr 2012 wurden in Deutschland 85 Schulklassen an 29 Schulen in vier unterschiedlich vom Fluglärm betroffenen Gebieten untersucht. Der Dauerschallpegel zur Unterrichtszeit reichte von 39 Dezibel bis 59 Dezibel.

Die Autoren fanden heraus: Je stärker die Lärmbelastung, desto langsamer lernen Kinder Lesen. Wächst der Dauerschallpegel um 10 Dezibel, sind die Kinder in den lärmbelasteten Schulen im Vergleich zu anderen einen Monat im Rückstand beim Lesenlernen, bei 20 Dezibel mehr sind es zwei Monate. „Der Statistische Effekt ist klein“, sagte Studienleiterin Prof. Maria Klatte. „Wir wissen aber nicht, wie sich der relativ kleine Effekt auf die weitere Entwicklung (der Kinder) auswirkt.“

Die Lernverzögerung habe sich bei Kindern ohne Migrationshintergrund deutlicher gezeigt. Bei Kindern mit Migrationshintergrund war er kaum messbar. Das könne daran liegen, dass Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund eine ganze Reihe ungünstiger Bedingungen hätten, wie schlechtere Deutsch-Kenntnisse oder weniger Unterstützung in der Familie, sagte Klatte.

Die Wissenschaftler sprachen mit 1243 Zweitklässlern, 1185 Eltern und 85 Lehrern, die unter anderem nach ihrer eigenen Einschätzung der Lärmbelastung gefragt wurden. Ihr Befinden schilderten die Schüler selbst wie auch ihre Eltern als überwiegend sehr gut, bei zunehmendem Fluglärm ein wenig schlechter.

Die Luftfahrtwirtschaft empfindet die Studie als hilfreich für die Debatte. Die Ergebnisse haben die Basis für eine sachlich fundierte Diskussion zu den Auswirkungen von Lärm auf Zweitklässler geschaffen. Es habe sich auch gezeigt, dass die Luftfahrt mit ihren bisherigen Lärmschutz-Maßnahmen auf dem richtigen Weg sei.

 

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