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Steigender Meeresspiegel spült Skelette frei

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Baku, den 10. Juni (AZERTAG). Auf den Marshallinseln macht sich der Klimawandel auf makabere Weise bemerkbar. Laut Außenministerium hat der steigende Meeresspiegel die Gräber japanischer Soldaten offen gelegt.

Mit einer Lage von nur zwei Metern über dem Meeresspiegel gelten die Marshallinseln im Pazifischen Ozean als Region, in der sich die Folgen des Klimawandels besonders stark bemerkbar machen. Auf den Umweltgesprächen der Vereinten Nationen in Bonn berichtet Tony De Brum, Außenminister des Landes, nun von gravierenden Schäden durch den Meeresspiegelanstieg.

„Die Springfluten von Februar bis April haben nicht nur Überschwemmungen und Hochwasser in den Gemeinden verursacht, sondern auch das Land untergraben, sodass sogar die Toten betroffen sind.“ Die Wellen hätten ein Massengrab freigelegt. Es handele sich vermutlich um die sterblichen Überreste von 26 japanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, erklärte De Brum gegenüber der BBC.

„Keine gebrochenen Knochen, keine Anzeichen, die auf Kämpfe hindeuten. Wir denken, die Männer haben vielleicht Selbstmord begangen.“ Die USA hatten die Marshallinseln im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer strategisch guten Lage eingenommen, 1979 wurden die Inseln als Republik unabhängig.

Anstieg um 12 Millimeter - Bereits im vergangenen Jahr hatten die Marshallinseln an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen appelliert, den Klimawandel als Gefahr für die nationale Sicherheit anzuerkennen. Im Mai 2013 veröffentlichte die Regierung eine Erklärung in der „Washington Post“, worin sie die Probleme des Landes beschrieb und alle Länder zu aktivem Klimaschutz aufrief.

In ihrem 5. Klimareport hatte auch die Uno im September 2013 erneut vor einem sehr schnellen Anstieg des Meeresspiegels gewarnt. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts drohe ein Anschwellen um 26 bis 82 Zentimeter, je nachdem, wie viel Treibhausgas die Welt wärmt. Damit erhöhte der Klimarat seine Prognose aus dem letzten Report, als er den Beitrag des Schmelzwassers der großen Eisschilde aufgrund unsicherer Daten klein ansetzte.

Nach dem jüngsten Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) steigt der Meeresspiegel um die Marshallinseln stärker als anderswo in der Welt. Zwischen 1993 und 2009 betrug der Wert rund um die Inselketten zwölf Millimeter pro Jahr, im weltweiten Durchschnitt waren es 3,2 Millimeter.

Die Bonner Zwischenkonferenz bereitet noch bis zum 15. Juni den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Lima vor. In der peruanischen Hauptstadt sollen die Bausteine für den Weltklimavertrag erarbeitet werden, der Ende 2015 in Paris beschlossen werden und 2020 in Kraft treten soll.

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