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Subventionsstreit zwischen Airbus und Boeing

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Baku, 23. September, AZERTAC

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus wurde von der EU unrechtmäßig mit Milliarden unterstützt. Das urteilte die Welthandelsorganisation - und gab damit den USA recht, die den US-Konzern Boeing im Nachteil sahen.

Im Subventionsstreit zwischen den weltgrößten Flugzeugbauern Airbus und Boeing vor der Welthandelsorganisation (WTO) hat die Europäische Union eine Niederlage erlitten. Das WTO-Schiedsgericht urteilte, dass die EU staatliche Zuschüsse für den europäischen Branchenriesen Airbus nicht gestoppt habe. Damit gab die WTO einer Beschwerde der USA statt.

Nach Angaben des US-Handelsvertreters Michael Froman geht es um 22 Milliarden Dollar, die Airbus unrechtmäßig erhalten habe. "Wir erwarten, dass die EU, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien - einige unserer engsten Handelspartner - die WTO-Regeln respektieren. Wir fordern sie auf, die subventionierte Finanzierung von Airbus sofort einzustellen", erklärte Froman. Europäische Branchenvertreter bezeichneten die Summe als überzogen.

Gegen die Entscheidung kann die EU in Berufung gehen. Airbus kündigte dies bereits an. Gewisse Ergebnisse des WTO-Gremiums seien unbefriedigend, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Boeing begrüßte das Urteil hingegen.

Der Rechtsstreit zwischen Boeing und Airbus hält bereits seit rund zwölf Jahren an. Bei früheren Urteilen hatte die WTO entschieden, dass beide Unternehmen milliardenschwere illegale Zuschüsse erhielten. Viele Analysten gehen davon aus, dass später ein Vergleich ausgehandelt wird.

Airbus plant Einschnitte im Hubschrauber-Geschäft - Unabhängig von der Entscheidung in Genf signalisierte Airbus-Konzernchef Tom Enders am Donnerstag Einschnitte im Hubschraubergeschäft. Hier sei eine Anpassung an den schrumpfenden Markt erforderlich, heißt es in einem Schreiben von Enders an die Mitarbeiter. Eine entsprechende Prüfung laufe derzeit.

Die Auswirkungen auf Beschäftigung und Kosten würden zwar "nicht unerheblich" sein, blieben aber weit hinter dem weitreichenden Restrukturierungsplan vor zehn Jahren zurück. Der Konzern hoffe, einen massiven Arbeitsplatzabbau vermeiden zu können. Airbus ist weltweit der größte Produzent von Zivilhubschraubern. Enders bestätigte zugleich, dass weitere Kostensenkungen im Top-Management geprüft würden.

Für das Großraumflugzeug A380 hatte das Unternehmen bereits im Juli wegen nachlassender Nachfrage eine Reduzierung der jährlichen Auslieferungen angekündigt.

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