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TV-Debatte der Republikaner: Cruz und Rubio vereint gegen Trump

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Baku, 26. Februar, AZERTAC

Ist Donald Trump auf dem Weg zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner überhaupt noch zu stoppen? Nächsten Dienstag, am sogenannten "Super Tuesday", könnte es bereits eine Vorentscheidung geben. Da finden in elf Bundesstaaten weitere Vorwahlen statt. Um so wichtiger für Trumps Konkurrenten war die letzte TV-Debatte der Republikaner in der vergangenen Nacht.

Es war von Beginn an eine hitzige Auseinandersetzung mit Schlägen unter die Gürtellinie. Nach dem Ausscheiden von Jeb Bush übernahm der Senator aus Florida, Marco Rubio, die Rolle des Angreifers, der die Republikaner vor Donald Trump bewahren will.

Nachdem Trump seine Forderung erneuert hatte, die elf Millionen illegalen Einwanderer aus Mexiko in ihre Heimat zurückzuschicken, warf Rubio Trump Heuchelei vor: Beim Bau des Trump Tower habe er unerlaubterweise polnische Bauarbeiter beschäftigt: "Sie sind der Einzige auf der Bühne, der je dafür bestraft wurde, Leute illegal beschäftigt zu haben." Trump konterte sofort: "Ich bin der Einzige auf der Bühne, der überhaupt Leute beschäftigt hat. Sie haben nie jemanden beschäftigt!"

Die Debatte fand in Houston im Bundesstaat Texas statt. Sie wurde nicht nur von CNN, sondern auch vom spanisch-sprachigen Sender Telemundo übertragen. Moderator Wulf Blitzer sprach Trump deshalb auf seinen Plan an, eine große Mauer im Süden der USA zu bauen und dafür Mexiko zur Kasse zu bitten. Der frühere mexikanische Präsident Fox habe dies empört abgelehnt. Trumps Reaktion: "Ich bleibe trotzdem dabei, und die Mauer ist gerade nochmal zehn Fuß höher geworden. Und Mexiko wird zahlen!"

Auch hier hakte Rubio nach: "Die Krawatten und die Kleider, die Sie herstellen, die werden in Mexiko und China hergestellt. Sie wollen also einen Handelskrieg gegen Ihre eigenen Krawatten und Anzüge beginnen."

Auch Senator Ted Cruz attackierte Trump. Cruz setzt alles darauf, am Dienstag seinen Heimatstaat Texas zu gewinnen. Während er schon immer gegen eine Einwanderungsreform gekämpft habe, sei Trump noch im Reality-TV aufgetreten, sagte Cruz. Worauf Trump persönlich reagierte: "Sie kann doch keiner leiden. Nicht ein einziger republikanischer Senator unterstützt Sie!"

Ob die scharfen Angriffe von Rubio und Cruz dem Spitzenreiter Trump geschadet haben, darf bezweifelt werden. Die meist polemische und selten sachliche Debatte verfolgten auch der frühere Präsident George H. W. Bush und seine Frau Barbara im Publikum. Beide dürfte geschmerzt haben, auf welchem Niveau die Republikaner mittlerweile diskutieren.

Nur eine hatte Grund zur Freude: Für Hillary Clinton, die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, war die Debatte eine Steilvorlage. Die vielen gegenseitigen Vorwürfe der Republikaner untereinander kann sie in einigen Monaten gut wiederverwenden.

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