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Tausende sind Vergewaltigern und Mördern hilflos ausgeliefert

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Baku, den 8. Mai (AZERTAG). Die Bürger des Südsudans sind nirgends sicher. Selbst wer vor der Gewalt im Land in Kirchen oder Moscheen flüchtet, wer auf Uno-Gelände Schutz sucht - selbst der wird Opfer von Gewalt.

Mitarbeiter von Amnesty International dokumentieren in einem aktuellen Bericht die Grausamkeiten, denen Zivilisten ausgesetzt sind - Vertreibung und Hunger, aber auch Massenvergewaltigungen und sogar Mord. Die Täter: sowohl Regierungstruppen als auch Milizen, die gegen sie kämpfen.

„Kinder und schwangere Frauen wurden vergewaltigt und alte, hilflose Menschen in ihren Krankenhausbetten erschossen“, heißt es in dem Report. Im Südsudan ereigneten sich unfassbar brutale Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

„Unvorstellbares Leid“ - Amnesty-Mitarbeiter haben mit zahlreichen direkt von der Gewalt betroffenen Zivilisten über deren Erlebnisse gesprochen. Sie besuchten unter anderem die seit Monaten umkämpften Städte Bor, Bentiu und Malakal. Regierungstruppen und Milizen der Opposition wollen sich dort die Kontrolle über die Ölfelder sichern. „Unsere Experten haben an manchen dieser Orte Skelette und verwesende Leichen gefunden, die von Hunden gefressen wurden.“ Zudem seien Massengräber mit Hunderten Toten entdeckt worden.

Eine Frau erzählte den Amnesty-Mitarbeitern, sie sei mit 17 weiteren Frauen von Regierungssoldaten vergewaltigt worden. „Ich war im dritten Monat schwanger, aber weil so viele Männer in mich eindrangen, habe ich das Kind verloren.“ Sie fügte hinzu, sie sei von neun Männern missbraucht worden. „Sieben Frauen, die sich weigerten, vergewaltigt zu werden, führten die Soldaten große Holzstäbe in die Vagina ein. Sie sind alle gestorben.“

Vielen bleibt nur die Flucht, in der Heimat sind sie nicht sicher - dass die Vereinten Nationen vor Ort sind, hilft ihnen nicht. Im April griffen Bewaffnete einen Uno-Stützpunkt an. Sie töteten fast 50 Zivilisten, darunter Kinder und Frauen.

Die Amnesty-Vizedirektorin für Afrika, Michelle Kagari, spricht von „unvorstellbarem Leid“ der Menschen in dem erst 2011 nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg unabhängig gewordenen Land. Beide Seiten hätten die grundlegendsten Prinzipien internationalen Menschenrechts völlig missachtet.

Mehr als eine Million Menschen vertrieben - In dem ostafrikanischen Land tobt seit Mitte Dezember ein blutiger Konflikt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt sogar vor einem Völkermord „wie in Ruanda“.

Auslöser war ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Die Politiker gehören verschiedenen Volksgruppen an. Obwohl beide zugestimmt haben, in den kommenden Tagen zu direkten Friedensgesprächen in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba zu reisen, geht die Gewalt unvermindert weiter.

Amnesty International forderte, dass sich die Blauhelmsoldaten der Uno-Mission Unmiss mehr auf den Schutz von Zivilisten und Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Massaker konzentrieren sollten. Zudem müsse der Zugang zu humanitärer Hilfe für die Notleidenden gesichert werden.

Im Südsudan wurden bisher mehr als eine Million Menschen vertrieben. Viele haben durch die Gewalt alles verloren.

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