GESELLSCHAFT


Tierschützer verfolgen die japanische Walfangflotte

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Baku, den 7. Januar (AZERTAG). Umweltschützer jagen japanische Walfänger. Nachdem in vergangenen Jahren Stinkbomben oder Wasserkanonen zum Einsatz kamen, soll die Kampagne in diesem Jahr „friedlich, aber unnachgiebig“ sein.

Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd haben nach eigenen Angaben eine Flotte japanischer Walfangschiffe eingekreist. Bei der Aktion seien Beweise für die Tötung von vier Walen gefunden worden, teilte die Organisation mit. Sie veröffentlichte Fotos, auf denen drei tote Zwergwale an Deck eines Schiffs zu sehen waren. Danach wurde ein vierter Wal geschlachtet, als ein Hubschrauber von Sea Shepherd die Schiffe überflog.

Der Chef der australischen Sektion von Sea Shepherd, Bob Brown, sprach von einer „grausigen, blutigen, mittelalterlichen Szene, die keinen Platz in dieser modernen Welt hat“. Die Tierschützer zwangen nach eigenen Angaben die fünf japanischen Schiffe zum Rückzug.

Jede Walfangsaison liefern sich Aktivisten und Walfänger aggressive Scharmützel in den Gewässern der Antarktis. Dabei fliegen Stinkbomben, es wird aus Wasserkanonen gefeuert und immer wieder kommt es zu Schiffskollisionen.

Laut Bob Brown soll die Kampagne in diesem Jahr friedlich, aber unnachgiebig sein. Er nannte die Jagd grotesk und grausam. Überall auf den Walfängerschiffen sei Blut zu sehen, das Fleisch werde auf dem Schiffsdeck befördert, die Innereien würden ins Meer geworfen. Es sei eine mittelalterliche Szenerie, die keinen Platz in einer modernen Welt habe.

Japan darf die vom Aussterben bedrohten Meeressäuger mit einer Ausnahmegenehmigung für wissenschaftliche Zwecke jagen. Doch Tierschützer sehen darin nur einen Deckmantel für kommerziellen Walfang, weil das Fleisch, das nicht zu Studienzwecken verwendet wird, in Japan als Nahrungsmittel verkauft wird. Japan plant, in diesem Jahr 1000 Wale zu töten.

Australien hatte im vergangenen Jahr den Gerichtshof der Vereinten Nationen angerufen, um Japan den Walfang gesetzlich verbieten zu lassen. Dadurch werde das 1986 erlassene Moratorium für kommerziellen Walfang verletzt. Japan erklärte dagegen, die Jagd sei legal. Dadurch bekomme man belastbare wissenschaftliche Daten. Die Entscheidung des Gerichts wird in diesem Jahr erwartet.

Sea Shepherd nennt die Walfänger Schlächter, diese wiederum bezeichnen die Aktivisten als Terroristen. Vor einigen Jahren sank ein Boot von Sea Shepherd, nachdem sein Bug durch einen Zusammenstoß mit einem Walfangschiff abgeschnitten worden war. Ein Aktivist musste fünf Monate in ein japanisches Gefängnis, nachdem er ein Walfängerschiff geentert hatte.

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