WIRTSCHAFT


Toshiba ist wegen des Bilanzskandals in die roten Zahlen gerutscht

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Baku, 4. September, AZERTAC

Jahrelang soll der japanische Konzern Toshiba falsche Zahlen veröffentlicht haben - und auch jetzt ist offenbar längst nicht alles in Ordnung. Die seit Monaten überfällige Bilanzpräsentation musste erneut verschoben werden.

Der Bilanzskandal bei Toshiba ist offenbar noch größer als zunächst angenommen. Der japanische Technologieriese verschob die für Montag geplante Veröffentlichung der Geschäftszahlen um eine weitere Woche. Dabei ist das Geschäftsjahr, über das der Konzern berichten soll, bereits seit Ende März abgeschlossen. Als Grund gab Toshiba neu entdeckte Unregelmäßigkeiten bei mehreren Tochterfirmen an.

Der Bericht sollte ursprünglich bereits vor drei Monaten veröffentlicht werden. Eine Prüfung durch externe Gutachter hatte jedoch im April ergeben, dass Toshiba Chart zeigenmit Wissen der Firmenspitze vorsätzlich zu hohe Gewinne angegeben hat. Die „unsachgemäße Buchführung“ sei vom Management „systematisch“ veranlasst worden, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Das Unternehmen muss demnach seine Gewinne für die Geschäftsjahre von April 2008 bis März 2014 um 1,13 Milliarden Euro nach unten korrigieren.

Erst im Juli war Konzernchef Hisao Tanaka in Folge des Skandals zurückgetreten. Eine externe Prüfung hatte zuvor ergeben, dass Tanaka über Jahre Kenntnis von den falschen Zahlen in den Büchern gehabt habe.

Experten erwarten, dass Toshiba wegen des Bilanzskandals in die roten Zahlen gerutscht ist. Der Konzern zog personelle Konsequenzen. Am Montag kündigte er zudem an, sich von seinem Anteil an dem Optikgeräte-Hersteller Topcon zu trennen. Toshiba erwartet aus dem Verkauf einen Vorsteuergewinn von bis zu 294 Millionen Euro.

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