WELT


UN-Vermittler Lakhdar Brahimi: „Wir sind in gewisser Weise gescheitert“

A+ A

Baku, den 1. Februar (AZERTAG). Nach den einwöchigen Verhandlungen der syrischen Bürgerkriegsparteien in Genf hat sich der UN-Vermittler Lakhdar Brahimi tief enttäuscht über die Ergebnisse gezeigt.

„Wir haben nichts erreicht“, sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er habe zumindest in humanitären Fragen auf Fortschritte gehofft, doch selbst die habe es nicht gegeben.

„Wir sind in gewisser Weise gescheitert“, gestand Brahimi ein. Er hoffe nun auf eine Fortsetzung der Gespräche am 10. Februar, was aber nicht sicher sei. An die internationale Gemeinschaft appellierte Brahimi, nicht wegzuschauen.

„Wenn wir nicht die öffentliche Meinung und Regierungen mobilisieren, werden die Dinge schwierig bleiben“, sagte er und warnte vor einem Flächenbrand in der gesamten Region.

UN geht von langwierigem Friedensprozess aus Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Opposition hatten ihre einwöchigen Gespräche wenige Stunden vor dem Auftritt Brahimis in München ergebnislos beendet.

Er schäme sich, dass es in den Verhandlungen eigentlich nur um die Umsetzung einer eineinhalb Jahre alten Vereinbarung der ersten Konferenz in Genf gehe, sagte der UN-Vermittler.

Seit er seine Vermittlerfunktion im September 2012 übernommen habe, gelte: „Die Lage in Syrien ist schlimm, und sie wird schlimmer.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Samstagvormittag die Opposition und die Regierung Syriens aufgefordert, die Verhandlungen „ernsthaft und aufrichtig“ fortzusetzen. Ban sagte in München, er habe mit den Außenministern John Kerry (USA) und Sergej Lawrow (Russland) über die Lage gesprochen. „Ich habe sie gebeten, ihren Einfluss geltend zu machen, dass die Verhandlungen wie geplant am 10. Februar in Genf fortgesetzt werden“, sagte Ban.

„Die Erfahrung lehrt uns, dass Fortschritte schwierig sein werden. Aber wir haben einen Anfang gemacht, wir reden miteinander und das ist die einzige Hoffnung für eine politische Lösung“, sagte der Generalsekretär. „Wenn die Konfliktparteien zurückkommen, dann sollten sie noch ehrlicher und ernsthafter sein als bisher.“ Die Verhandlungen dürften nicht aus taktischen Erwägungen mit dem Ziel geführt werden, den Krieg in Syrien zu verlängern. Ban kritisierte, dass sich die Weltöffentlichkeit vor allem mit den großen Krisen befasse, dabei aber häufig die „stillen Krisen“ übersehe.

Weiterer Schwerpunkt des Samstags ist eine Diskussion mit den US-Ministern für Äußeres und Verteidigung, John Kerry und Chuck Hagel. Am Nachmittag reden unter anderem Altkanzler Helmut Schmidt und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

Zum 50. Mal treffen sich in München Staats- und Regierungschefs, Top-Militärs, Wissenschaftler und Manager.

 

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind