WIRTSCHAFT


USA werfen Malaysia vor

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Baku, 21. Juli, AZERTAC

Die USA werfen Malaysia vor, mit unterschlagenen Geldern US-Luxusimmobilien, Gemälde von Van Gogh und Claude Monet sowie ein Bombardier-Flugzeug gekauft zu haben. Diese Werte wollen sie nun sicherstellen.

Die Korruptionsaffäre um Malaysias Regierungschef Najib Razak hat die USA erreicht. Das US-Justizministerium kündigte am Mittwoch die Beschlagnahmung von Vermögenswerten in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar an, die vermutlich mit unterschlagenen Geldern aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB bezahlt wurden.

Dabei handelt es sich um Luxusimmobilien in New York und Kalifornien, um Gemälde von Van Gogh und Claude Monet sowie ein Bombardier-Flugzeug, wie aus der Klageschrift am Mittwoch hervorgeht.

Zudem sollen mehrere Millionen aus dem Fonds unrechtmäßig in die Finanzierung des Films "The Wolf of Wall Street" von Martin Scorsesegeflossen sein. Deshalb verlangen die USA auch Einnahmen des Films.

Den USA zufolge könnte auch der Stiefsohn von Najib, Riza Aziz, in die Affäre verwickelt sein, da seine Firma Red Granite Picture den Film produziert hat.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe in der Nacht zurück. Es seien keine illegitimen Gelder verwendet worden. Red Granite Picture sei zuversichtlich, dass die Tatsachen für sich sprechen würden und klar machten, dass die Firma und ihr Inhaber keine Fehler begangen hätten.

Der Korruptionsskandal erschüttert seit Monaten die Regierung in Kuala Lumpur. Regierungschef Najib hatte 2009 einen staatlichen Fonds namens 1MDB (Malaysia Development Berhad) aufgelegt, der Modernisierungsprojekte im Land finanzieren sollte. Mindestens vier Milliarden Dollar verschwanden.

Ein Teil fand sich auf Schweizer Konten und wurde mittlerweile eingefroren. Auch in Singapur wurden Vermögenswerte in mehrstelliger Millionenhöhe eingefroren. Juristisch belangt wurde bislang jedoch niemand der mutmaßlich ranghöheren Verantwortlichen.

Das "Wall Street Journal" hatte im Juli 2015 enthüllt, dass Najib seit 2013 rund 681 Millionen Dollar (608 Millionen Euro) auf persönliche Konten überwiesen bekam. Später hieß es, das Geld stamme aus dem 1MDB-Fonds und könnte mehr als eine Milliarde Dollar umfassen. Dies wurde jedoch von dem Fonds dementiert.

Najib räumte später die Zahlungen ein, sagte aber, das Geld sei ein Geschenk der saudiarabischen Königsfamilie. Der Regierungschef zahlte das meiste inzwischen zurück, Korruptionsvorwürfe und Rücktrittsforderungen wies er aber zurück.

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