WIRTSCHAFT


US-Konzern verkauft wichtige Technologiepatente an die Chinesen

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Baku, 1. Juni, AZERTAC

Das Smartphonegeschäft läuft nicht für Microsoft. Durch eine langfristige Partnerschaft mit dem chinesischen Handyanbieter Xiaomi will der Konzern seine Programme verbreiten. Dafür trennt er sich von Patenten.

Microsoft geht eine langfristige Partnerschaft mit dem chinesischen Handyanbieter Xiaomi ein. Dafür verkauft der US-Konzern wichtige Technologiepatente an die Chinesen. Rund 1500 Schutzrechte für Sprachkommunikation und Cloud Computing gingen an Xiaomi, teilte der US-Konzern mDie Schwäche bei Patenten galt bisher als großes Problem für Xiaomi, sollte der chinesische Konzern sich in westliche Mobilfunkmärkte wagen. Es bleibe ein Ziel, auch in den USA Telefone zu verkaufen, aber es werde dieses Jahr noch nicht so weit sein, sagte der für internationale Expansion zuständige Xiaomi-Manager Hugo Barra dem "Wall Street Journal".

Xiaomi hatte in China mit seinem Geschäftsmodell, technisch hochgerüstete Geräte relativ günstig über das Internet zu verkaufen, den großen Marken Anteile abjagen können. Zuletzt geriet die Firma aber selbst stärker unter Druck durch ähnlich agierende Rivalen wie OPPO und Vivo.

Microsoft gab vergangene Woche bekannt, sein Geschäft mit Smartphones eindampfen und 1850 Stellen streichen zu wollen. Die erfolglose Übernahme des Mobilfunkgeschäfts von Nokia belastet den US-Konzern mit weiteren 950 Millionen Dollar. Experten spekulieren über einen kompletten Rückzug des Konzerns aus dem Geschäft mit Smartphones. Der Marktanteil der Geräte liegt nur noch bei weltweit 0,7 Prozent.

Xiaomi installiert Office und Skype auf seinen Geräten - Teil der Vereinbarung zwischen Microsoft und Xiaomi sei es, künftig gegenseitig Patente zu lizenzieren, teilten die Firmen weiter mit. Zugleich verpflichte sich Xiaomi, Microsoft-Produkte wie die Firmenkundensoftware Office und das Videotelefonie-Programm Skype auf seinen Smartphones und Tablets zu installieren. "Es handelt sich um eine groß angelegte Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen", sagte Xiaomi-Vizepräsident Wang Xiang. Beide Konzerne wollten sich nicht zu finanziellen Details äußern.

Der 2010 gegründete Smartphone-Hersteller wird mit 45 Milliarden Dollar bewertet und gehört zu den teuersten nicht börsennotierten Technologieunternehmen weltweit. Xiaomi ist früheren Angaben des Marktforschungsinstituts IDC die weltweite Nummer fünf hinter Samsung, Apple, Huawei und Lenovo.

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