WIRTSCHAFT


US-Ölpreis fällt unter 40 Dollar

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Baku, 2. August, AZERTAC

Am Weltölmarkt droht ein neuer Preisrutsch. Iran, Libyen und die USA wollen ihre Förderung steigern, Saudi-Arabien versucht mit Dumpingpreisen in Asien zu punkten.

Dem Ölmarkt droht eine neue Phase der Unsicherheit. Die US-Sorte WTI ist am Montag kurzzeitig wieder unter 40 Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen, auch am Dienstagmorgen hielt sie sich nur knapp über dieser kritischen Marke. Ähnlich entwickelte sich der Preis der Nordseesorte Brent, zuletzt kostete das Barrel rund 42 Dollar.

Der erneute Preisrutsch hat mehrere Gründe. Erstens hat der weltweit größte Rohölexporteur Saudi Aramco seine Preise für den asiatischen Markt deutlich gesenkt. Experten zufolge will Saudi-Arabien so verhindern, dass Iran Marktanteile zurückgewinnt.

Iran hat seine Ölproduktion deutlich gesteigert, seit der Westen seine Atomsanktionen gegen das Land aufgehoben hat. Am Montag kündigte Irans Ölminister Bijan Zanganeh an, verstärkt Investoren ins Land locken zu wollen, um die Ölförderung auszuweiten.

Auch in Libyen soll wieder mehr Öl gefördert werden. Der Chef der staatlichen Förderbetriebe, Mustafa Sanalla, begrüßte am Sonntag die Wiedereröffnung einiger Häfen, die zum Export des wertvollen Rohstoffs besonders wichtig sind.

Man wolle die Arbeiter nun so rasch wie möglich mobilisieren und den Betrieb wieder aufnehmen, sagte Sanalla laut "Financial Times" ("FT"). Bis Ende des Jahres will Libyen wieder 900.000 Barrel Öl pro Tag fördern.

Insgesamt hat die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Produktion im Juli um 100.000 Barrel pro Tag ausgeweitet. Mit derzeit 33,41 Millionen Barrel pro Tag liegt die Förderung des Kartells mittlerweile auf einem Mehrjahreshoch. In den USA wurden ebenfalls neue Förderpumpen aktiviert.

Analysten rechnen mit weiter fallenden Preisen. Eine Weile habe es ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Ölmarkt gegeben, sagte Harry Tchilinguirian, Rohstoffanalyst bei der Bank BNP Paribas der "FT". Nun steige die Produktion in vielen Ländern wieder an und es drohe eine neue Phase des Überflusses.

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