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US-Regierung will Apples E-Book-Geschäfte erschweren

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Baku, den 3. August (AZERTAG). Apple drohen erhebliche Einschränkungen im Geschäft mit elektronischen Büchern. Nachdem der Konzern vor Gericht wegen illegaler Preisabsprachen schuldig gesprochen wurde, hat das US-Justizministerium nun weitere Regulierungsvorschläge vorgelegt.

Anfang Juli wurde Apple wegen illegaler Preisabsprachen bei elektronischen Büchern schuldiggesprochen - nun legt das US-Justizministerium nach. Der Konzern soll seine Geschäfte mit fünf Verlagshäusern beenden.

In einem Vorschlag des US-Justizministeriums hieß es am Freitag, der US-Konzern solle fünf Jahre keine neuen Verträge über den Vertrieb von E-Books oder andere digitale Inhalte abschließen, die den Wettbewerb einschränken könnten. Gleichzeitig solle Apple es seinen Konkurrenten zwei Jahre lang ermöglichen, Bücher über iPhone- und iPad-Apps zu verkaufen.

Ein unabhängiger, aber von Apple bezahlter Kontrolleur solle über die Einhaltung der Anweisung wachen, erklärte das Ministerium. Ein Bundesrichter muss dem Vorschlag des Justizministeriums noch zustimmen.

Apple war Anfang Juli von einem New Yorker Bezirksgericht schuldiggesprochen worden, das Strafmaß war zunächst offen geblieben. Dem Konzern war vorgeworfen worden, Ende 2009 und Anfang 2010 vor der Markteinführung des iPad-Tablets mit fünf großen Verlagen Verträge für elektronische Bücher abgeschlossen zu haben, die zu Lasten der Verbraucher gingen.

Damals wurde der E-Book-Markt vom Online-Händler Amazon Chart zeigen beherrscht, der Bestseller für seine Kindle-Lesegeräte zum Missfallen der Verlage deutlich günstiger verkaufte als die gedruckten Exemplare in Buchläden.

Während Amazon selbst die Preise setzte, bot Apple den Verlagen Verträge mit einer Preisbindung an. Bei diesem Modell konnten die Verleger die Preise bestimmen, im Gegenzug erhielt Apple eine Kommission von 30 Prozent. Anschließend setzten die Verlage auch bei Amazon und anderen E-Book-Anbietern eine Preiserhöhung durch.

Die fünf Verlage Hachette, HarperCollins, Simon and Schuster, Penguin und Macmillan hatten sich zu millionenschweren Vergleichen bereiterklärt. Apple ließ es dagegen auf ein Gerichtsverfahren ankommen - und verlor.

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