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US-Regierung zur Freilassung des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi aufgerufen

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Baku, den 15. Juli (AZERTAG). Freiheit für Ägyptens Ex-Präsidenten: Dieser deutschen Forderung hat sich die US-Regierung angeschlossen und kritisierte das Militär für seine willkürlichen Festnahmen. Erstmals hat die US-Regierung zur Freilassung des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi aufgerufen. Einer entsprechenden Forderung des Auswärtigen Amts in Berlin schließe man sich an, teilte das Außenministerium in Washington mit. Sprecherin Jennifer Psaki sagte, sie fordere „heute öffentlich“ die Freilassung von Mohammed Mursi.

Mursi war Anfang Juli in Folge von tagelanger Massendemonstration gegen ihn vom ägyptischen Militär seines Amtes enthoben worden. Seither wird er an einem unbekannten Ort festgehalten. Seine Anhänger, vor allem die Muslimbrüder, sind erbost und demonstrieren zu Zehntausenden für seine Wiedereinsetzung als Präsident.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin hatte Mursis Freilassung gefordert. Die "aufenthaltsbeschränkenden Maßnahmen" für Mursi müssten beendet werden, sagte Sprecher Martin Schäfer. Es dürfe keine politische Verfolgung geben, "jeder Anschein von selektiver Justiz" müsse vermieden werden. Eine unabhängige internationale Organisation wie das Internationale Rote Kreuz müsse unverzüglich Zugang zu Mursi bekommen.

Zuvor hatten sowohl Deutschland als auch die USA die willkürlichen Festnahmen kritisiert. "Wir haben von Anbeginn Sorge über diese Festnahmen, diese politisch motivierten willkürlichen Festnahmen von Mitgliedern der Muslimbruderschaft", sagte Jen Psaki. Ihre Regierung fordere deshalb die gute Behandlung der Inhaftierten und denke, dass die aus politischen Gründen Festgenommenen freigelassen werden sollten.

Dieser Forderung vertreten auch die Anhänger Mursis, die sich in der Nacht zum Samstag erneut zu Zehntausenden versammelt hatten, um für den Geschassten zu demonstrieren. "Wir sind hier, um dem Militär zu zeigen, dass wir auf Legitimität bestehen", sagte ein islamistischer Demonstrant. "Wir werden Mursi mit unserem Blut verteidigen."

Auch die Gegenseite zeigte Präsenz: Auf dem Tahrir-Platz und vor dem Präsidentenpalast in Kairo feierten Hunderte Gegner der Muslimbruderschaft den Machtwechsel. Anders als in den vergangenen Tagen blieben die Kundgebungen der beiden Lager aber friedlich. Blutige Zusammenstöße zwischen Mursi-Gegnern mit staatlichen Sicherheitskräften wurden nicht gemeldet.

Derweil lässt die Bildung einer neuen Regierung auf sich warten. Der geschäftsführende Ministerpräsident Hasem al-Beblawi will am Sonntag mit den Gesprächen zur Bildung eines Kabinetts beginnen. Ihm zufolge sollen die neuen Minister bis Ende kommender Woche vereidigt werden.

 

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