WELT


US-Sicherheitsberater tritt zurück

Baku, 14. Februar, AZERTAC 

Donald Trump verliert das erste wichtige Mitglied seiner Regierung. Der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn tritt zurück. Er war wegen umstrittener Kontakte mit Moskau heftig in die Kritik geraten.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Ex-General Michael Flynn, ist zurückgetreten. Das bestätigte das Weiße Haus. Flynn stolperte über ein Gespräch, das er mit einem Vertreter Russlands vor Antritt der neuen US-Regierung über das Thema Sanktionen geführt hatte. Darüber hatte er später falsche Angaben gemacht. Damit verliert Trump seinen ersten wichtigen Mitarbeiter - dabei ist er noch keine vier Wochen im Amt.

In seinem Rücktrittsgesuch schrieb Flynn, dass er nach Trumps Wahlsieg mehrere Telefongespräche mit dem russischen Botschafter in den USA geführt hatte. Darüber habe er Vizepräsident Mike Pence unabsichtlich unvollständig informiert. Er habe seine gesamte Karriere aufs Äußerste auf Ehrenhaftigkeit und Aufrichtigkeit Wert gelegt, so der 58-Jährige.

Nachfolger und amtierender Nationaler Sicherheitsberater wird nach Angaben des Weißen Hauses nun zunächst der ehemalige General Keith Kellogg, 72, ein hochdekorierter Veteran des Vietnamkriegs. Kellogg war bereits Mitglied von Trumps Übergangsteam.

Zuvor hatte die "Washington Post" berichtet, dass das Justizministerium das Weiße Haus Ende Januar gewarnt haben soll, dass Flynn möglicherweise gefährdet für Erpressung aus Russland gewesen sei, weil er Pence nicht die Wahrheit gesagt habe. Demnach hätte die damalige kommissarische Justizministerin Sally Yates die Nachricht persönlich überbracht.

Trump hatte sich zuletzt auffällig still zu Flynn verhalten und ihn nicht öffentlich verteidigt. Als Stephen Miller, ein Berater von Donald Trump, am Sonntag gefragt wurde, ob Flynn noch das Vertrauen des Präsidenten genieße, wollte auch er keine Antwort geben.

Flynn war von Beginn an umstritten - Flynn hatte Ende Dezember mit dem russischen Botschafter Sergei Iwanowitsch Kisljak telefoniert, etwa zur gleichen Zeit, als der scheidende Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Das Weiße Haus bestätigte die Kontakte. Trumps Sprecher Sean Spicer sagte jedoch, dabei sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Diese Aussage wurde später auch von Vizepräsident Mike Pence wiederholt. Später stellte sich unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter heraus, dass es in dem Gespräch sehr wohl um die Sanktionen gegangen sei.

Flynn trat wiederholt dafür ein, die Beziehungen mit Russland zu verbessern und gemeinsam die Terrormiliz zu bekämpfen. Trump hatte ihn im Februar 2016 zu seinem Berater für Sicherheitsfragen gemacht. Er entwickelte sich zu einem der loyalsten Köpfe.

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