WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


US-Weltraumbehörde konnte den gesamten Merkur kartieren

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Baku, 2. Mai, AZERTAC 

Erst mit den Bildern der „Messenger“ konnte die US-Weltraumbehörde den gesamten Merkur kartieren. Jetzt ist die Sonde geplant abgestürzt: „Wir werden sie vermissen“, twitterte die Nasa. Der Datenschatz bleibt erhalten - und wird weiter ausgewertet.

Nach mehr als zehn Jahren im All ist die Nasa-Sonde „Messenger“ kontrolliert auf den Planeten Merkur gestürzt. Die Sonde sei wie geplant am Donnerstag um 21.26 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit mit einer Geschwindigkeit von rund 14.000 Kilometern pro Stunde auf die Oberfläche des Planeten geprallt und habe dort einen großen Krater hinterlassen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit und twitterte: "Wir werden sie vermissen." Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) würdigte die Mission als „eine der bedeutendsten zur Erforschung der erdähnlichen Planeten in unserem Sonnensystem“.

Bis ungefähr zehn Minuten vor dem Aufprall auf den Merkur, der Temperaturschwankungen von mehreren Hundert Grad aufweist und einen Durchmesser von fast 5000 Kilometern hat, hatten die Wissenschaftler noch Kontakt zur „Messenger“. Live verfolgen konnten die Forscher den Absturz aber nicht, da er auf der erdabgewandten Seite stattfand. Als sie kurz darauf kein Signal mehr empfingen, bestätigten sie den Aufprall. „Ein Ende mit Knall“, kommentierte Nasa-Manager John Grunsfeld.

Die Sonde war im August 2004 gestartet und hat während ihrer Reise zum Merkur mehr als 250.000 Fotos gemacht und große Mengen an Daten gesammelt, die ausgewertet werden können. Weil Zustand und Tankinhalt es zuließen, war die Mission zweimal verlängert worden - ursprünglich waren von der "Messenger" nur rund 2500 Bilder erwartet worden. Der Name der Sonde ist eine Abkürzung für "Mercury Surface, Space Environment, Geochemistry and Ranging“.

„Messenger“-Aufnahmen revolutionieren Bild des Merkur - Die rund 500 Kilogramm schwere Sonde hat für die Merkur-Forschung Pionierarbeit geleistet: Vor der Mission war nur rund die Hälfte des seit mehr als 3000 Jahren bekannten sonnennächsten Planeten unseres Sonnensystems überhaupt kartiert. „Messenger“ umrundete den Merkur Tausende Male und fotografierte auch seine zuvor noch unbekannten Stellen.

Die Ergebnisse der Mission begeisterten die Wissenschaftswelt. Die mit einem Schild aus Spezialkeramik gegen die Hitze geschützte Sonde mit acht wissenschaftlichen Instrumenten an Bord entdeckte unter anderem unerwartet starken Vulkanismus auf dem Merkur, einen ungewöhnlichen Eisenmangel in der Oberfläche und Hinweise auf Wasser.

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