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Uber hat große Probleme

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Baku, 22. April, AZERTAC

Sind Uber-Fahrer freie Mitarbeiter oder Angestellte? Das umstrittene Taxi-Start-up wendet mit einer Millionenzahlung einen Prozess in den USA ab - vorerst.

Uber hat einen Vergleich über 100 Millionen Dollar mit Fahrern aus Massachusetts und Kalifornien akzeptiert, die als Angestellte des Unternehmen anerkannt und entsprechende Sozialleistungen erhalten wollten. Das Geld wird an rund 385 000 Fahrer ausgeschüttet.

Damit entledigte sich das umstrittene Mobilitäts-Start-Up vorerst einer Bedrohung seines Geschäftsmodells in den USA, das auf der Vermittlung freiberuflicher Fahrer basiert. Auch in Europa hat Uber große Probleme, Fuß zu fassen. In Deutschland haben viele Städte das Geschäft des stark eingeschränkt, unter anderem mit Verweis auf den unklaren Beschäftigungsstatus seiner Mitarbeiter.

Vielen Silicon-Valley-Firmen hatten den Fall mit Spannung verfolgt, da dort zahlreiche Geschäftsmodelle wie die Auslieferung von Waren oder die Vermittlung von Putzdiensten bislang nur mit freien Mitarbeitern funktionieren.

Uber-Chef Travis Kalanick freut sich über den Vergleich - Ob das im Fall von Uber rechtens ist, wird nun nicht vor Gericht geklärt. "Wir sind uns bewusst, dass manche Menschen darüber enttäuscht sein werden", sagte Shannon Liss-Riordan, die Anwältin der Uber-Fahrer. Künftige Gerichtsentscheidungen könnten aber weitere Verbesserungen für Uber-Fahrer bringen. In anderen US-Bundesstaaten sind ähnliche Verfahren anhängig.

Den größten Teil der Strafe, 84 Millionen Dollar, muss Uber auf jeden Fall bezahlen. Bislang ist das keine Bedrohung für das kalifornische Unternehmen, das als wertvollstes Start-Up der Welt gilt. Bis heute haben Risikokapitalgeber mehr als 10 Milliarden Dollar in Uber investiert, zu einer Bewertung von 62,5 Milliarden Dollar. Die restlichen 16 Millionen Dollar werden fällig, sobald Uber eine Bewertung von mehr als 93,75 Milliarden Dollar erzielt oder an die Börse geht.

Außerdem muss Uber Bedingungen erfüllen, etwa darf es Fahrer nicht mehr ohne ersichtlichen Grund von der Plattform werfen. Zudem sollen Fahrer in den Autos Schilder platzieren dürfen, auf denen um Trinkgeld gebeten wird.

Uber-Chef Travis Kalanick schrieb in einem Blogpost , er sei "erfreut", dass der Vergleich "anerkennt, dass Fahrer unabhängige Mitarbeiter bleiben und keine Angestellten werden sollten." In den vergangenen Monaten hatten sich allerdings manche Tech-Unternehmen davon abgewandt und Mitarbeiter eingestellt.

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