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Unicef: 22 Kinder sterben bei Bombenangriff

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Baku, 27. Oktober, AZERTAC

Bei Luftangriffen im Norden Syriens sind laut Unicef mindestens 35 Menschen umgekommen, darunter 22 Kinder. "Ich hoffe, dass wir nicht beteiligt waren", sagt ein russischer Diplomat.

In einer Schule in Syrien sind nach Angaben von Unicef 22 Kinder und 6 Lehrer bei einem Bombenangriff aus der Luft getötet worden. Diese Zahl nannte der Generaldirektor des UN-Kinderhilfswerks, Anthony Lake und bestätigte damit entsprechende Berichte vom Mittwoch. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gibt es weitere Opfer, insgesamt sollen mindestens 35 Menschen getötet worden.

Demnach haben sechs Luftschläge Ziele nahe des Ortes Haas in der Provinz Idlib südlich von Aleppo getroffen.

Die Angriffe seien vermutlich von russischen Kampfflugzeugen ausgeführt worden, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. In der Provinz Idlib operiert eine Allianz verschiedener Rebellengruppen, darunter auch al-Qaida.

Der russische Uno-Botschafter Vitali Tschurkin sprach in einer ersten Reaktion von einem fürchterlichen Ereignis. "Ich hoffe, dass wir nicht beteiligt waren." Er verwies auf das russische Verteidigungsministerium.

Dort wurde jede Verantwortung oder Beteiligung russischer Kampfflugzeuge oder auch von Maschinen des syrischen Regimes bestritten. Die Maschinen beider Parteien hätten in den vergangenen neun Tagen keine Angriffe in einem Radius von zehn Kilometern um Aleppo geflogen, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Das Dementi aus Moskau wirft allerdings Fragen auf: Denn der Ort Haas liegt nicht in dem vom Sprecher beschrieben Radius von zehn Kilometern, sondern ist über 80 Kilometer von Aleppo entfernt.

"Dies ist eine Tragödie. Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen", sagte Unicef-Direktor Anthony Lake in New York. Der Angriff sei möglicherweise die tödlichste Attacke auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, haben sich aber in der Vergangenheit im Nachhinein als zuverlässig herausgestellt.

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