GESELLSCHAFT


Uno-Gericht verbietet Japan Waljagd in der Antarktis

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Baku, den 31. März (AZERTAG). Japan muss den Walfang in der Antarktis beenden. Wie der Internationale Gerichtshof in Den Haag urteilte, diene das Programm nicht der Wissenschaft. Zu viele Tiere seien getötet worden.

Australien und Neuseeland hatten im Jahr 2010 Klage gegen das japanische Walfang-Programm eingereicht, um ein Ende des Walfangs zu erzwingen. Die Begründung: Japan mache nicht allein aus wissenschaftlichen Gründen Jagd auf die Meeressäuger. Dieser Auffassung hat sich nun auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag angeschlossen.

Japan muss demnach die Jagd auf die Meeressäuger beenden. Tokio müsse sämtliche Genehmigungen und Lizenzen zurückziehen, die es im Rahmen eines Abkommens über die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken vergeben habe, sagte der Vorsitzende Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils. Neue Genehmigungen dürften nicht erteilt werden.

Tokio hatte schon zuvor erklärt, dass es sich dem Spruch der 16 Richter beugen werde. Das Urteil des Uno-Gerichts ist bindend, eine Berufung ist nicht möglich.

Trotz internationaler Proteste fangen und töten japanische Walfänger seit mehr als 25 Jahren Wale im Südpazifik - angeblich für Wissenschaft und Forschung. Rund 3600 Zwergwale seien seit 2005 im Rahmen des Programms getötet worden, sagte Tomka - weitaus mehr Tiere, als für ein Forschungsprogramm nötig seien.

Demgegenüber erscheine der wissenschaftliche Ertrag des japanischen Walfang-Programms begrenzt. In anerkannten Fachzeitschriften seien auf dessen Grundlage lediglich zwei Studien veröffentlicht worden.

Überhaupt bezweifelten die Richter, dass das Programm nach wissenschaftlichen Kriterien hätte konzipiert sein können. Neben den 3600 Zwergwalen seien nur sehr wenige Finnwale und überhaupt keine Buckelwale getötet worden. Zudem habe Japan keine weiteren Methoden einbezogen, um Walpopulationen zu erforschen.

Riskante Manöver gegen Walfänger - Die kommerzielle Jagd auf Großwale hatte die Internationale Walfang-Kommission im Jahr 1986 verboten. Japan hatte sich bislang auf ein Schlupfloch im Moratorium berufen, das den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken weiter erlaubt. „Australien argumentiert, dass Japan dieses Recht missbraucht und im Namen der Wissenschaft in Wirklichkeit kommerziell fischt“, sagte Don Anton, Juraprofessor an der Australian National University in Canberra.

Japans Regierung macht keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan durchaus verzehrt wird. Es gilt dort als Delikatesse. Tierschützer sind empört und stören die Flotte jedes Jahr mit immer riskanteren Manövern. Noch im Februar kollidierten japanische Walfänger mit Schiffen der Naturschutzorganisation Sea Shepherd im Südpolarmeer. Laut Sea Shepherd ist das Verbot des japanischen Walfangs in der Antarktis entscheidend für das Überleben der Wale in der Region.

Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen.

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