WELT


Untergang der Ölplattform „Deepwater Horizon“ hatte katastrophale Folgen

A+ A

Baku, 6. Oktober, AZERTAC

Elf Menschen starben, 2000 Kilometer Küste wurden verschmutzt. Der Untergang der Ölplattform „Deepwater Horizon“ hatte katastrophale Folgen. Die endgültige Strafzahlung für Betreiber BP fällt nun höher aus als erwartet.

Der britische Energiekonzern BP büßt mit insgesamt 20,8 Milliarden US-Dollar für die Folgen der Explosion auf seiner Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Die größte Einigung ihrer Art sei eine „gerechte Strafe“, sagte US-Justizministerin Loretta Lynch.

Bereits im Juli war eine Vereinbarung zwischen BP und den Behörden angekündigt worden. Damals hatte BP die Strafzahlung allerdings noch mit bis zu 18,7 Milliarden Dollar beziffert.

In der Summe enthalten sind unter anderem 5,5 Milliarden Dollar für Verstöße gegen das Wasserreinhaltungsgesetz und 8,1 Milliarden Dollar an die Bundesregierung sowie die fünf betroffenen Bundesstaaten wegen Umweltverschmutzung. Hinzu kommen 4,9 Milliarden Dollar Schadensersatz für die Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas und eine weitere Milliarde Dollar für Kommunen.

Die Explosion der „Deepwater Horizon“ im April 2010 war eines der größten Unglücke in der Geschichte der Erdölförderung auf See. Elf Menschen kamen ums Leben, 3,19 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen nach Berechnung eines US-Gerichtes ins Meer. Erst nach vier gescheiterten Anläufen und 87 Tagen konnten Ingenieure eine Stahlglocke über die offene Quelle stülpen und den starken Strom aus dem Ölfeld stoppen. Mehr als 2000 Kilometer Küste wurden verschmutzt.

„Heute ist ein nüchterner Triumph“, sagte die Direktorin der US-Umweltschutzbehörde EPA, Gina McCarthy. „Bei Gerechtigkeit geht es nicht darum, einen Haufen Geld abzuladen und davonzugehen.“ Die Bewohner der betroffenen Regionen hätten sich sorgen müssen, ob Lebensmittel noch essbar und die Luft noch sauber sei, ob ihre Unternehmen sich erholen würden und ihre Kinder noch gefahrlos am Strand spielen könnten.

Die EPA geht seit Kurzem auch gegen den deutschen Autobauer Volkswagen wegen der Manipulation von Abgaswerten vor. VW hat inzwischen die US-Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis angeheuert, die auch BP nach dem Untergang der „Deepwater Horizon“ vertrat.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind