WIRTSCHAFT


Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise

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Baku, 24. Mai, AZERTAC

In Venezuela fehlt es an Strom, an Wasser, an Lebensmitteln - und auch an Zucker für Coca-Cola. Wie das Unternehmen nun mitteilte, muss es die Herstellung des Getränks vorerst einstellen.

Das US-Unternehmen Coca-Cola muss seine Produktion in Venezuela vorerst drosseln. "Zuckerhersteller haben uns informiert, dass sie zeitweise die Herstellung wegen des Mangels an Rohmaterialien stoppen müssen", sagte Unternehmenssprecherin Kerry Tressler. Das werde in den kommenden Tagen Auswirkungen auf die Produktion zuckerhaltiger Getränke haben.

Coca-Cola werde sich in Venezuela nun auf seine Light-Produkte und Wasser konzentrieren, sagte Tressler. Man sei mit Zuliefern und Regierungsbehörden im Gespräch, "um die notwendigen Maßnahmen zur Lösung der Situation zu ergreifen".

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Der IWF prognostiziert für dieses Jahr eine extreme Inflation von 720 Prozent. 2015 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent, dieses Jahr soll das Minus 6,2 Prozent betragen. Das Land leidet außerdem unter der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren. Der Bevölkerung fehlt es an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Strom.

Mehrere ausländische Unternehmen mussten ihre Produktion bereits drosseln oder gar ganz einstellen, darunter der Lebensmittelriese Kraft Heinz und das Haushaltswaren- und Chemieunternehmen Clorox. Der venezolanische Lebensmittelkonzern Empresas Polar musste im April wegen fehlender Gerste seine Bierproduktion einstellen.

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hatte vor Kurzem den Ausnahmezustand um 60 Tage verlängert. Sein Dekret sieht auch vor, dass Soldaten und lokale Bürgerwehren zur Sicherung der öffentlichen Ordnung und bei Lebensmittelverteilungen zum Einsatz kommen können.

Die Opposition wirft dem Präsidenten vor, mit dem Ausnahmezustand eine Diktatur vorzubereiten. Maduro sieht sich von Feinden umzingelt und behauptet, in Venezuela sei eine US-Invasion im Gange. Der Staatschef sieht vor allem den gefallenen Ölpreis als Ursache für den Notstand.

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