WIRTSCHAFT


Venezuelas Ölkonzern droht die Pleite

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Baku, 19. Oktober, AZERTAC

Venezuela ist wie kaum ein anderes Land von den Öleinnahmen abhängig - die mit dem Ölpreis auf ein Rekordtief gefallen sind. Nun droht die Pleite des staatlichen Erdölkonzerns.

Venezuelas staatlicher Erdölkonzern PDVSA ist in akuter Zahlungsnot und warnt indirekt vor einer Pleite. Eine letzte Frist wurde jetzt bis Freitag verlängert, um ausländische Gläubiger von einer Umwandlung bald fälliger Anleihen in länger laufende Anleihen zu überzeugen - bisher ist das Interesse offensichtlich gering.

Das Unternehmen teilte mit, es versuche, 2016 und 2017 fällige Anleihen in solche umzutauschen, die erst 2020 zu begleichen sind - statt bisher mindestens 5,25 Prozent Verzinsung werden 8,50 Prozent angeboten. "Wenn das Umtauschangebot nicht erfolgreich ist, könnte es sehr schwierig für das Unternehmen werden, die fälligen Schulden zum vereinbarten Zeitpunkt zu bezahlen", hieß es bei PDVSA. Insgesamt geht es um ein Volumen von 5,3 Milliarden Dollar.

Unklar war zunächst, wie ernst die Situation tatsächlich ist - oder ob die Drohung vor einem Zahlungsausfall Investoren bewegen soll, in die Umwandlung der Bonds einzuwilligen. Das Unternehmen mit seinen 150.000 Mitarbeitern leidet unter dem niedrigen Ölpreis von derzeit rund 50 Dollar je Barrel - PDVSA gilt zudem als ineffizient, es fehlen Raffinerien und moderne Fördertechnik in Venezuela. Um notwendige neue Investitionen anstoßen zu können, hatte Ölminister Eulogio Del Pino einen Mindestpreis von 70 bis 80 Dollar genannt.

Im Oktober waren als ein kleiner Lichtblick Investitionsabkommen zur Verbesserung der Produktionsbedingungen mit der spanischen Repsol und dem russischen Rosneft-Konzern in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar geschlossen worden. Zudem versucht man händeringend, im Ausland Anteile zu verkaufen.

Das Staatsunternehmen ist so etwas wie Venezuelas Lebensversicherung - das Land ist in sehr hohem Maße vom Ölexport abhängig und mit den Einnahmen werden die milliardenschweren Sozialprogramme finanziert. Das Land hat zwar die größten Ölreserven der Welt - aber der Ölpreisverfall und Misswirtschaft haben PDVSA in eine existenzielle Krise gebracht. Das Land leidet seit Monaten unter einer tiefen Rezession und extrem hoher Inflation.

Dadurch fehlen Devisen, um Medikamente und Lebensmittel einzuführen, lange Schlangen vor vielen Geschäften prägen das Bild. Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hat schon vor Monaten den Ausnahmezustand verhängt und stemmt sich gegen Versuche, ihn per Referendum absetzen zu lassen.

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