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Verheerende Waldbrände in Kanada bedrohen Fort McMurray

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Baku, 6. Mai, AZERTAC

Verheerende Waldbrände in Kanada bedrohen die Stadt Fort McMurray, nun sollen deren Einwohner ausgeflogen werden. Tausende Häuser sind bereits niedergebrannt.

Im Kampf gegen die Waldbrände in Kanada wollen die Behörden über eine Luftbrücke bis zu 25.000 von Flammen bedrohte Bewohner der Stadt Fort McMurray in Sicherheit bringen. Hubschrauber und Flugzeuge der Regierung und der Ölindustrie sind im Dauereinsatz, um die Menschen aus dem Norden der Stadt auszufliegen.

Fort McMurray liegt rund 400 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Edmonton. Das Feuer war südlich des Ortes in der Provinz Alberta ausgebrochen, starker Wind trieb die Flammen am Dienstag in die Stadt. In der Nacht zu Mittwoch ordneten die Behörden die vollständige Räumung an.

Daraufhin flohen viele Menschen zunächst in den Norden Fort McMurrays, weil die Routen in den Süden gesperrt waren. Da sich der Wind drehte, sind sie dort nun auch nicht mehr in Sicherheit. Rund 8000 Menschen seien bereits nach Edmonton und Calgary ausgeflogen worden, teilte die Regierungschefin Albertas, Rachel Notley, mit. Zehntausende weitere Betroffene hatten bereits zuvor die Stadt verlassen.

Zuvor hatte die Regierung wegen der Brände den Notstand in Alberta verhängt. In der Provinz von der Größe Frankreichs sind mehr als 1100 Feuerwehrwehrleute im Einsatz, um 49 Brände auf 85.000 Hektar Wald zu bekämpfen - sieben der Brände sind nicht unter Kontrolle. Die Provinz erlebt derzeit eine Rekorddürre und leidet zudem unter einer Hitzewelle. Seit Tagen herrschen Temperaturen von fast 30 Grad Celsius.

In Fort McMurray wurden nach offiziellen Angaben bislang 2000 Häuser zerstört und rund 12.000 Hektar Land vom Feuer verwüstet. Die Schäden seien enorm, sagte Notley am Abend im Fernsehen. Da die Stadt nicht sicher sei, könnten die Bürger so bald nicht zurückkehren. Der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, sagte, das Problem könne nicht binnen ein oder zwei Monaten gelöst werden.

Nach Angaben der Feuerwehr gingen in allen Ortsteilen Häuser und Fahrzeuge in Flammen auf. Auch das Gelände einer großen Wohnwagensiedlung wurde zerstört. Allein im Stadtteil Beacon Hill, der nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist, wurden nach Behördenangaben bereits 70 Prozent der Häuser zerstört.

Die Waldbrände seien absolut verheerend, erklärte der kanadische Premierminister Justin Trudeau. Die Evakuierung Fort McMurrays sei äußerst schwierig, nicht nur für die Behörden, sondern für allem für die betroffenen Bewohner.

Die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Provinz Alberta wurde durch lange Staus und Benzinmangel erschwert. An vielen Tankstellen gingen bereits die Vorräte aus. Die Provinzregierung schickte schließlich einen Tanklastwagen los, um liegengebliebenen Fahrern zu helfen.

Das Ziel der meisten Flüchtenden waren Bungalow- und Containersiedlungen der in der Region aktiven Ölfirmen. Normalerweise wohnen in diesen Unterkünften Arbeiter, seit zwei Jahren stehen sie wegen des fallenden Ölpreises aber teilweise leer. Die Unternehmen gaben leerstehende Zimmer für die Menschen aus Fort McMurray frei, zudem bauten sie Zelte als Notunterkünfte auf.

Im Gebiet um Fort McMurray wird Öl aus Ölsand gewonnen. Um die Evakuierung ihrer Angestellten zu ermöglichen, fuhren Ölfirmen wie Suncor, Syncrude und Shell die Ölförderung in der Region um mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag zurück. Die sinkende Produktion führte zu einem Anstieg der Ölpreise.

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