GESELLSCHAFT


Verkehrssektor könnte seine Emissionen deutlich senken

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Baku, 24. November, AZERTAC

Fast ein Viertel des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids stammt von Autos, Schiffen und Flugzeugen. Doch der Verkehrssektor könnte seine Emissionen deutlich senken, wie eine Studie zeigt. Dafür müsste die Politik aber umdenken.

Der CO2-Ausstoß im Transportsektor könnte bis 2050 um die Hälfte reduziert werden - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das berichtet eine Forschergruppe vom Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) im Fachmagazin "Science". Entscheidend dafür könnten nachhaltige Lösungen im Stadtverkehr und Elektromobilität im großen Stil sein, heißt es.

"Das ist extrem ambitioniert", sagen Experten. Tatsächlich könnten sich die Emissionen aus dem Verkehr nach aktuellen IPCC-Szenarien bis 2050 sogar verdoppeln. Als Vergleichsjahr gilt jeweils 2010.

Neben der Verbreitung von E-Autos seien Investitionen in die Infrastruktur nötig - etwa in neue Gleise oder schnelle Radwege. Und: "E-Mobilität muss im weiteren Sinne gedacht werden. Dazu gehören neben E-Fahrrädern auch entsprechende Carsharing-Angebote", sagen Experten. Der genannte Transportsektor umfasst nach seinen Angaben sowohl den Verkehr auf der Straße als auch den auf der Schiene, in der Luft und zu Wasser. Der Straßenverkehr verursacht rund 17 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit - Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen liegen jeweils nur im niedrigen einstelligen Bereich.

Für die Erhebung werteten die Forscher Szenarien des Weltklimarates IPCC und eines Modells zur Bewertung des Treibhauseffekts aus. Zudem schauten sie sich spezielle Daten zu einzelnen Bereichen wie etwa dem Personenverkehr an Land an.

70 Gramm Flottenausstoß im Jahr 2015 - "Effizienzsteigerungen der herkömmlichen Automobilflotte werden nach 2025 schwieriger", sagen Experten. Um die Halbierung der CO2-Emissionen im genannten Zeitraum zu erreichen, müssen ihm zufolge unter anderem die CO2-Preise im Emissionshandel deutlich erhöht und die Grenzwerte für den Ausstoß gesenkt werden.

In diesem Jahr müssen Autohersteller in der EU bei ihrer Pkw-Flotte im Durchschnitt einen Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen. Bis 2021 sinkt der Durchschnittsgrenzwert auf rund 95 Gramm Kohlendioxid, bis 2025 sind es rund 89 Gramm. Nach Angaben Creutzigs müsste allein der Wert 2025 aber schon auf etwa 70 Gramm reduziert werden, um zu den genannten CO2-Einsparungen zu kommen.

Eine Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad ist nach IPCC-Auskunft noch möglich, würde aber sehr drastische Schritte erfordern. Im Jahr 2100 dürften nahezu keine Treibhausgase mehr emittiert werden.

Verpflichtungen der Länder - Das folgende Diagramm verdeutlicht dies. Die Linie zeigen Mittelwerte verschiedener Szenarien, mit denen das Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden könnte. Bei der blauen Linie geht der Ausstoß schon ab 2010 stark zurück. Bei der gelben Linie sinken die Emissionen nach 2020 - und bei der roten Linie erst nach 2030. Bis zum Jahr 2030 bildet die rote Linie übrigens die vor dem Klimagipfel in Paris abgegebenen Verpflichtungen der Länder ab (INDCs).

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