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Vermutlich ältestes Römerlager Italiens entdeckt

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Baku, 17. März, AZERTAC

In der Nähe der italienischen Stadt Triest haben Forscher ein uraltes Römerlager entdeckt. Es ist vermutlich das älteste je in Italien gefundene Militärlager. Die Anlage sei im 2. Jahrhundert vor Christus errichtet worden, berichtet das Team um Federico Bernardini vom Internationalen Zentrum für Theoretische Physik in Triest. Das stimme sowohl mit dem Alter archäologischer Funde in der Gegend als auch mit der römischen Geschichtsschreibung überein. Die Festung könne der Ursprung der heutigen Stadt Triest sein.

Mit Laserradar, bodendurchdringendem Radar und archäologischen Grabungen verschafften sich die Forscher einen Überblick über die archäologische Landschaft bei Triest. Sie entdeckten, dass die 13 Hektar große Hauptanlage San Rocco mit ihren zahlreichen Wällen zwischen zwei kleineren Forts liegt: Monte Grociana Piccola im Nordosten und Montedoro im Südwesten.

Zwischen den drei Lagern habe eine Sichtverbindung bestanden, schreiben Bernardini und Kollegen im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Mit den Anlagen sei es möglich gewesen, die Muggia-Bucht, die einen geschützten natürlichen Hafen an der Adria bildet, zu überwachen.

Zu Kriegsbeginn errichtet - Das Forscherteam fand große Ähnlichkeiten der Anlage in San Rocco mit Römerlagern in Spanien, die auf die Zeit 200 bis 150 vor Christus datiert werden. Auch die gefundenen Tonscherben wiesen auf diese Zeit hin.

Der römische Geschichtsschreiber Titus Livius berichtet für die Jahre 178 und 177 vor Christus vom zweiten Histrischen Krieg. Darin besiegten die Römer die Histrier, die damaligen Bewohner der Halbinsel Istrien, und gliederten den Landstrich ins Römische Reich ein. Bernardini und Kollegen gehen davon aus, dass die Befestigungsanlagen zu Beginn dieses Krieges errichtet wurden.

Ein gefundener Schuhnagel, der von einem Soldatenschuh stamme, ähnele hingegen Nägeln aus Alesia. An diesem Ort im heutigen Frankreich besiegte die römische Armee 52 vor Christus die Gallier in einer entscheidenden Schlacht.

Bernardini und Kollegen schließen daraus, dass die Befestigungsanlagen bei Triest noch über hundert Jahre lang von den Römern genutzt worden seien, wenn auch nicht permanent. Die Anwesenheit größerer militärischer Einheiten sei notwendig gewesen, da die Lage in dieser Grenzregion des Römischen Reiches noch lange instabil gewesen sei.

„Das entdeckte Hauptfeldlager San Rocco ist der beste Kandidat für den Ort des ersten Triest“, schreiben sie. Im Mittelmeerraum und in Westeuropa gehe eine ganze Reihe von modernen Städten auf römische Befestigungsanlagen zurück. Während die historische Stätte San Rocco ein Stück weit vom Meer entfernt liegt, befindet sich das heutige Zentrum von Triest am Eingang zur Muggia-Bucht.

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