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Verschollenes Flugzeug von Malaysia Airlines gesucht

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Baku, den 28. März (AZERTAG). Haben Flugzeuge und Schiffe bisher am falschen Ort nach dem verschollenen Flugzeug von Malaysia Airlines gesucht? Australien hat die Einsatzkräfte in ein mehr als tausend Kilometer entferntes neues Suchgebiet geschickt - es umfasst mehr als 300.000 Quadratkilometer.

Die Suche nach Flug MH 370 ist in ein Seegebiet verlagert worden, das 1100 Kilometer nordöstlich des bisherigen Suchareals liegt. Fast drei Wochen nach dem Verschwinden des Passagierflugzeugs haben Experten ihre Annahmen zur Route der Maschine korrigiert. Es gebe eine neue „glaubwürdige Spur“, hieß es.

Das neue Suchgebiet liegt damit auch mehr als tausend Kilometer von der Gegend entfernt, in der japanische, thailändische und französische Satelliten in den vergangenen Tagen Treibgut fotografiert hatten. Dass es sich dabei um Wrackteile handelte, wird angesichts der neuen Erkenntnisse unwahrscheinlicher.

Vier Flugzeuge waren laut der australischen Seesicherheitsbehörde Amsa über dem neuen Suchgebiet im Einsatz, sechs Schiffe waren auf dem Weg dorthin - die ersten sollen Sonntagabend eintreffen. Es liegt rund 1850 Kilometer westlich von Perth. Bislang hatten die Einsatzkräfte den südlichen Indischen Ozean rund 2500 Kilometer südwestlich der Stadt abgesucht. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es zu derartigen Verschiebungen komme, sagte John Young von Amsa. Er wies Vorwürfe zurück, die bisherige Suche sei Zeitverschwendung gewesen.

„Die neuen Informationen basieren auf der andauernden Analyse von Radardaten zwischen dem Südchinesischen Meer und der Straße von Malakka, bevor der Radarkontakt zur Maschine abbrach“, hieß es in einer Amsa-Mitteilung. „Sie legen nahe, dass die Maschine schneller flog als bislang geschätzt und dass sie dadurch mehr Treibstoff verbrauchte. Das reduziert die Distanz, die sie Richtung Indischer Ozean zurücklegen konnte.“ Die Datenanalyse wurde von Malaysia bereitgestellt. Unklar ist, warum das fast drei Wochen dauerte.

Suche auf 319.000 Quadratkilometern - Flug MH 370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März vom Radar verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Die malaysische Regierung hatte erklärt, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Boeing 777 in den Indischen Ozean gestürzt sei.

Die bisherige Suche wurde durch schlechtes Wetter zusätzlich erschwert und hat keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Flugzeugs gebracht. Das neue Suchgebiet vereinfacht den Einsatzkräften die Arbeit. Die Anflugzeiten sind kürzer. Dadurch haben die Besatzungen mehr Zeit für die Suche, weil die Maschinen weniger Treibstoff für den Rückflug benötigen. Das neue Suchgebiet ist mit 319.000 Quadratkilometern etwa so groß wie ganz Deutschland ohne Bayern. Die Wassertiefe in der Gegend liegt zwischen 2000 und 4000 Metern.

Für die Angehörigen der Insassen bedeutet die Verschiebung des Suchgebietes einen weiteren Rückschlag. „Ich kann nichts tun außer zu warten und weiter zu warten“, sagte Wang Zhen, dessen Eltern in der Maschine saßen. „Ich bin furchtbar wütend, aber was bringt mir das?“

Die USA schicken ein weiteres Aufklärungsflugzeug nach Australien, um die Suche nach dem seit fast drei Wochen verschollenen malaysischen Passagierflugzeug zu unterstützen. Eine zweite, auf Aufklärung spezialisierte Maschine vom Typ P-8 Poseidon soll an der internationalen Suchaktion teilnehmen, teilte die US-Marine mit. Ein P-3C-Orion-Flugzeug, das im Indischen Ozean nach Hinweisen auf die Boeing mit 239 Menschen an Bord gesucht hatte, soll an seinen Stützpunkt in Japan zurückkehren.

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