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Viele Chefs verweigern späten Dienstbeginn zur WM

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Baku, den 26. Mai (AZERTAG). Gewerkschaften fordern zur Fußball-WM spätere Frühschichten für Arbeitnehmer. Diesen Wunsch werden viele Arbeitgeber zwar nicht erfüllen. Doch die meisten Fans müssen trotzdem nicht leiden.

Stell dir vor, es ist Fußball-Weltmeisterschaft und keiner kann hin: Weil viele Spiele der WM in Brasilien hierzulande in die Abend- und Nachtstunden fallen, müssen Arbeitnehmer entweder um ihren Schlaf oder um ihr Fußball-Vergnügen bangen. Einige Unternehmen überlegen sich nach Aufrufen der Gewerkschaften nun etwas, um ihren Mitarbeitern entgegenzukommen. Nicht jeder Chef hat allerdings ein Herz für den Sport.

„Wir wissen natürlich um die Fußball-Leidenschaft unserer Beschäftigten“, sagt ein Sprecher des Technikkonzerns Bosch. „In der Regel ist es so, dass sich die einzelnen Standorte etwas einfallen lassen.“

Wer während der Spiele Spät- oder Nachtdienst habe, könne in Absprache etwa zwischendurch ausstempeln und die freien Fußball-Stunden nachholen. In den Betriebskantinen stünden Fernseher parat, vor denen sich interessierte Kollegen dann gemeinsam versammelten – nicht selten zusammen mit dem Chef.

„Viele Unternehmer sind große Fußball-Fans“ - Wegen der Zeitverschiebung werden viele WM-Spiele erst gegen 22.00 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, einige sogar erst um Mitternacht. Gewerkschaftsvertreter hatten deshalb spätere Frühschichten gefordert. „Wenn Spiele spätnachts stattfinden, dann guckt doch, dass ihr eure Arbeitnehmer am nächsten Tag einfach mal eine Stunde oder zwei Stunden später anfangen lasst“, hatte etwa Carsten Burckhardt, Vorstandsmitglied der IG Bau, gefordert.

Spätere Frühschichten für Mitarbeiter führt Bosch zwar nicht ein. „Oft gibt es aber die Möglichkeit, dass Mitarbeiter eine Schicht mit jemandem tauschen, der vielleicht weniger Fußballinteresse hat“, sagt der Sprecher.

Generell hatten sich Arbeitgeber offen für den Vorschlag gezeigt: „Viele mittelständische Unternehmer sind große Fußball-Fans“, sagte etwa Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Deshalb sollte es gerade bei Klein- und Mittelbetrieben möglich sein, dass Unternehmer und Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten vereinbaren.“

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