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Vügar Haschimov: Für mich gibt es nichts Wertvolleres als Aserbaidschan Zum Andernken an hervorgagenden Schachspieler

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Baku, den 13. Januar (AZERTAG). In diesen Tagen traueren viele Menschen in Aserbaidschan und die gesamte Sportwelt über den den Tod des berühmten aserbaidschanischen Schachspielers, Landes-und Europameisters und internationalen Großmeisters Vügar Haschimov.

Vügar Haschimov war nicht nur einer besten Spieler seines Heimatlandes Aserbaidschan. Er gehörte aber auch zu den weltbesten Spielern überhaupt. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste erreichte er im November 2009 als Sechster.

Schon im Kindesalter zeigte Vügar Haschimov (geboren am 24. Juli 1986 in Baku) sein großes Schachtalent. Er lernte das Schachspielen von seinem Vater, als er sechs Jahre alt war und nahm bereits im Alter von zehn Jahren an Welt- und Europameisterschaften seiner Altersklasse teil. Trainiert wurde er in seiner Jugend von dem Internationalen Meister Anar Allahverdiyev. Seit 2002 war Vügar Haschimov Großmeister, nachdem er 1999 Internationaler Meister geworden war. 1996 gewann er hinter Pentala Harikrishna bei der U10-WM die Silbermedaille.

Bald wurde er Nationalspieler seines Landes und lehrte mit der aserbaidschanischen “Kindermannschaft” zusammen mit den in etwa gleichaltrigen Kollegen Teymur Radschabov und Schachriyar Mammadyarov den Erwachsenen bei verschiedenen Mannschaftsturnieren das Fürchten. Zwischen 2002 und 2008 spielte Haschimov viermal bei Schacholympiaden für sein Land. Im Sommer 2009 trainierte er mit dem moldauischen Großmeister. 2008 gewann er den FIDE Grand Prix in Baku, 2010 das Turnier von Reggio Emilia.

Nach vielen Erfolgen auf Open wurde Haschimov mehr und mehr zu Top-Turnieren eingeladen und spielte sich dort in die Weltspitze vor.

Vügar Haschimov war regelmäßiger und gern gesehener Gast bei vielen großen Turnieren, belegte dort gute Plätze und war in der Lage, jeden Spieler der Welt zu schlagen.

Auf dem Internetschachserver ICC hatte er unter dem Namen Diadematus mit einem ICC-Blitzrating von 3675 die Spitzenposition inne. Auf dem ChessBase-Server war er mit Stand Juni 2007 im Bullet-Schach der beste Spieler mit einer bisher höchsten Elo-Zahl von 3358.

Seine Teilnahme am FIDE Grand Prix 2012–2013, für den er aufgrund seiner Elo-Wertung qualifiziert war, sagte er aus gesundheitlichen Gründen ab. Das Tata-Steel-Schachturnier im Januar 2012 war sein letztes Schachturnier, seine letzte Elo-gewertete Partie hatte er am 5. Februar 2012 beim 9. Spieltag der Schachbundesliga-Saison 2011/12.

Im Laufe der Zeit musste Vügar Haschimov jedoch immer wieder gesundheitliche Rückschläge hinnehmen und war zu Auszeiten vom Turnierschach gezwungen. Die Untersuchungen zeigten einen Gehirntumor als Ursache. Nach einer Operation in einem Bonner Krankenhaus besserte sich sein Gesundheitsszustand und blieb für ein paar Jahre einigermaßen stabil. 2012 - sein letztes Turnier war das Tata Steel Turnier im Januar 2012 in Wijk aan Zee, danach spielte er noch eine Partie in der Bundesliga - erlitt Vügar Haschimov jedoch einen Rückschlag und musste eine weitere Turnierpause einlegen. Es gab eine Reihe von Behandlungsversuchen, die jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führten.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar verstarb Vügar Haschimov in einem Heidelberger Krankenhaus. Er wurde nur 27 Jahre alt. Die Schachwelt hat einen großen Spieler und eine große Persönlichkeit, einen guten Freund verloren.

In einem seiner Interviews sprach Vügar diese Worte, die seine reine Seele aufmachen: „Für mich gibt es nichts Wertvolleres als Aserbaidschan. Ich habe dem Staatspräsidenten versprochen, alles Mögliche zu tun, um unser Land zu verherrlichen. Wie kann ich mein Versprechen an denjenigen Menschen brechen, dem ich so viel verpflichtet bin?“

 

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