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Vulkane retteten Lebewesen durch Eiszeiten

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Baku, den 12. März (AZERTAG). Vulkane und andere geothermische Stätten könnten vielen Lebewesen geholfen haben, in der Antarktis Eiszeiten zu überstehen. Im Umkreis solcher wärmeren Regionen lebten im Schnitt mehr Arten als in weiter entfernten Gebieten, berichten Forscher in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Der Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten habe die Entwicklung der Artenvielfalt auf der Erde entscheidend mitgeprägt, schreiben die Wissenschaftler um Ceridwen Fraser von der Australian National University in Canberra.

Viele Tier- und Pflanzenarten verbreiteten sich in ihren Lebensräumen mit dem Wachsen und Schrumpfen der Gletscher: Sie wichen zurück, wenn die Gletscher wuchsen, und bewegten sich wieder auf diese zu, wenn diese schrumpften.

Es mehrten sich aber auch Hinweise darauf, dass viele Arten in Gegenden überlebt haben, die während des letzten Glazialen Maximums vor etwa 21.000 Jahren komplett von Eis bedeckt waren.

Vulkane und Co als Refugien - Die Antarktis etwa war zu dieser Zeit von einem dicken Eisschild überzogen. Dennoch zeigten Untersuchungen, dass einige landlebende Arten den Kontinent seit Millionen von Jahren ununterbrochen besiedeln. Wie ist das möglich?

Die Forscher um Fraser vermuteten, dass geothermische Stätten den Lebewesen während der Kaltzeiten als Refugien dienten. Von diesen konnten sie dann zu Warmzeiten ausschwärmen, um wieder bewohnbar gewordene Lebensräume erneut zu besiedeln.

Vulkane zum Beispiel gebe es in der Antarktis in großer Zahl, mindestens 16 seien seit der letzten Eiszeit aktiv. Diese geben für lange Zeit Wärme an die Umgebung ab.

Es sei möglich, dass sie während des gesamten Pleistozäns eisfreie Lebensräume erhielten, indem sie den Boden und Gewässer erwärmten oder Höhlen im Eis schufen. „Die vulkanischen Dämpfe schmelzen große Eishöhlen unter die Gletscher, in denen es Dutzende Grad wärmer sein kann als draußen“, wird Fraser in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

Mehr Arten nahe geothermischer Stätten - Um ihre Hypothese zu prüfen, durchforsteten die Wissenschaftler eine Datenbank, in der dokumentiert ist, wo in der Antarktis welche Arten von Lebewesen nachgewiesen sind. Insgesamt werteten sie fast 39.000 Nachweise von 1823 Lebewesen südlich des 60. Breitengrades aus.

Für Pflanzen und Pilze fanden sie einen deutlichen Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und Entfernung zu einer geothermischen Stätte: An und um solche Stätten herum lebten deutlich mehr Arten als in anderen Regionen.

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Artenvielfalt mit zunehmender Distanz von einer geothermischen Stätte abnahm. Dieser Zusammenhang galt auch für wirbellose Tiere.

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