GESELLSCHAFT


WHO-Bericht: Weltweit sterben jährlich etwa 1,7 Millionen Kleinkinder

Baku, 6. März, AZERTAC

Sie trinken verschmutztes Wasser, atmen Luft voller Schadstoffe oder werden von Moskitos mit Malaria infiziert, obwohl man die Mücken durch Umweltschutzmaßnahmen bekämpfen könnte: Weltweit sterben jährlich etwa 1,7 Millionen Kleinkinder, weil ihre Umwelt verschmutzt und unsicher ist. "Ihre sich noch entwickelnden Organe, ihre kleinen Körper und Atemwege machen sie besonders empfindlich gegenüber verschmutzter Luft und verschmutztem Wasser", sagt die Chefin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Margaret Chan.

Laut dem aktuellen WHO-Bericht kommen jährlich 570.000 Kinder unter fünf Jahren durch Atemwegserkrankungen ums Leben, die auf Luftverschmutzung oder Passivrauchen zurückzuführen sind. 361.000 Kinder sterben an Durchfall, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Anlagen haben. 270.000 sterben, weil sie schon im Mutterleib Schaden nehmen. 200.000 verlieren infolge von Malaria ihr Leben, wobei die übertragenden Mücken zum Beispiel durchs Abdecken von Trinkwasservorräten bekämpft werden könnten. Die WHO zählt in ihrem Bericht auch Unfälle infolge einer unsichereren Umgebung. Demnach sterben 200.000 Kinder unter fünf Jahren durch Stürze, Vergiftungen, Ertrinken oder andere Unfälle.

Widrige Umweltbedingungen können auch dauerhaft krank machen. Etwa 11 bis 14 Prozent der Kinder über fünf Jahren haben mit Asthma-Symptomen zu kämpfen, so die WHO. In fast der Hälfte der Fälle hängt dies mit Luftverschmutzung, Passivrauchen oder Schimmelpilz-Belastung in Innenräumen zusammen: Das alles verschlimmert Asthma. Luftverschmutzung erhöhe außerdem das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Krebs, so der Report.

Regierungen gefordert - Die WHO fordert Regierungen auf, die Situation zu verbessern und unter anderem dafür zu sorgen, dass Menschen mit sauberen Brennstoffen heizen und kochen können. Schulen sollten hygienisch einwandfreie sanitäre Anlagen zur Verfügung stellen und eine gesunde Ernährung fördern. Des Weiteren rät die WHO, öffentlichen Nahverkehr zu fördern und Auto-Abgase zu reduzieren. Die Industrie könne ihre giftigen Abfälle besser entsorgen und den Einsatz schädlicher Chemikalien reduzieren.

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