GESELLSCHAFT


WHO-Experten stufen Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein

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Baku, 30. Juli, AZERTAC

Das Plfanzenschutzmittel Glyphosat wird weltweit in großem Maßstab eingesetzt. Nun hat die Internationale Agentur für Krebsforschung hat das Pestizid als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Behörde hatte mehrere Studien zu dem Mittel ausgewertet.

„Alle Anwendungen, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, dass Menschen mit Glyphosat in direkten Kontakt kommen, müssen umgehend ausgesetzt werden“, erklärten die Forscher.

Bereits im März hatten IARC-Mitarbeiter im Fachblatt „Lancet Oncology“ über diese Einstufung berichtet. Nun hat die Behörde ein umfassenderes Dokument veröffentlicht, auf das sich die Entscheidung stützt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kündigte am Donnerstag an, den Bericht zu prüfen. In seiner jüngsten Bewertung war das Institut zu dem Schluss gekommen, dass bei richtiger Anwendung kein höheres Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten sei.

Kritiker befürchten schon lange, dass die Aufnahme von Glyphosat negative Auswirkungen auf das menschliche Hormonsystem, Fehlbildungen und ein erhöhtes Krebsrisiko zur Folge sowie drastische Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenvielfalt haben könnte.

Vor ökologischen Risiken warnte im vergangenen Jahr auch das Umweltbundesamt: „Problematisch ist aus unserer Sicht, wie massiv und umfangreich Glyphosat eingesetzt wird“, sagen die Forscher. Der Wirkstoff trage wesentlich zur Verarmung der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlich geprägten Ökosystemen bei, indem er Vögeln wie der Feldlerche indirekt die Nahrungsgrundlage entziehe.

Die aktuelle, auf EU-Ebene gültige Genehmigung für Glyphosat läuft am 31. Dezember 2015 aus, eine Verlängerung ist nur in Verbindung mit einer erneuten Prüfung möglich.

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