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Waldrapp wird auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft

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Baku, 26. Mai, AZERTAC

Angesichts der vielen Gräueltaten der Terrormiliz ist es nur eine Randnotiz, für Naturschützer dürfte es dennoch eine traurige Nachricht sein. Die Eroberung der Oasenstadt Palmyra durch den IS könnte auch das Ende der letzten Waldrappe Syriens bedeuten.

Der „Islamische Staat“ (IS) hat vor wenigen Tagen Palmyra besetzt. Meldungen zufolge werden Anhänger von Assad systematisch aufgespürt und ermordet.

Den Ruinen der antiken Oasenstadt, die zum Weltkulturerbe zählen, droht die Zerstörung.

Ein Bericht der britischen BBC zeigt also bei weitem nicht das drängendste Problem in der besetzten syrischen Stadt auf, es ist jedoch ein weiteres Beispiel für die Zerstörung, die der IS über Syrien bringt.

Die letzten Waldrappe Syriens brüteten nahe Palmyra. Drei Vögel wurden laut dem Bericht in Gefangenschaft gehalten. Nachdem ihre Betreuer wegen der Kämpfe geflohen sind, weiß man nicht, was aus ihnen geworden ist. Wo sich ein bestimmtes Waldrapp-Weibchen aufhält, ist auch unbekannt. Es geht um den einzigen Vogel, der die Reiseroute vom Brutquartier in Syrien zum Winterquartier in Äthiopien zuverlässig kennt und daher enorm wichtig ist, um die Zugvogel-Population zu erhalten.

Die Art könne in Syrien aussterben, sagte der Vorsitzende der Society for the Protection of Nature im Libanon. Für Hinweise zum Aufenthaltsort des Weibchens wurde eine Belohnung von 1000 US-Dollar ausgesetzt, berichtet die BBC.

Vom Aussterben bedroht - Der Waldrapp (Geronticus eremita) wird auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft. In Marokko gibt es rund 440 Exemplare, die keine großen Strecken ziehen. Die in der Türkei lebenden Waldrappe - 2008 waren es rund hundert Tiere - werden mehrere Monate im Jahr eingesperrt, damit sie keinen Vogelzug beginnen.

Der Bestand in Syrien galt bereits als ausgestorben, bis man 2002 die kleine Kolonie in der Nähe von Palmyra entdeckte.

In Europa arbeiten Wissenschaftler seit Jahren daran, den Waldrapp wieder anzusiedeln. Bei den ersten Flügen begleiteten Wissenschaftler die Vögel in einem Leichtflugzeug, um eine Flugroute zu etablieren. Auch in Spanien existiert ein Projekt zur Wiederansiedlung der früher weit verbreiten Vogelart.

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