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Warum Männer feminine Frauengesichter bevorzugen

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Baku, den 1. Mai (AZERTAG). Große Augen, volle Lippen, schmaler Kiefer: Viele Männer haben ein Faible für feminine Frauengesichter. Eine Studie zeigt nun, in welchen Ländern dieses Phänomen besonders stark ausgeprägt ist.

Männer aus Ländern mit einem guten Gesundheitsstatus haben eine besonders große Vorliebe für feminine Frauengesichter. Das zeigt eine Studie internationaler Forscher um Urszula Marcinkowska von der finnischen Universität Turku.

Männer aus Japan haben demnach das größte Faible für weibliche Gesichtszüge, bei Männern aus Nepal ist diese Vorliebe am schwächsten ausgeprägt. Die Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse im britischen Journal „Biology Letters“ vor.

In ihrer Studie nutzten die Forscher Fotos von jungen Frauen, denen sie mithilfe eines Computerprogramms entweder weiblichere oder männlichere Züge gaben. Bei Gesichtsfarbe und -beschaffenheit wurde nicht variiert.

„Frauen haben im Durchschnitt größere Augen als Männer, ihr Kiefer ist schmaler, der Kieferwinkel ist nicht betont, die Lippen sind voller und die Augenbrauenwulst ist weniger ausgeprägt“, erklärt Marcinkowska. Knapp zweitausend heterosexuelle Männer aus 28 verschiedenen Ländern wählten aus 20 Fotopaaren stets dasjenige Gesicht aus, das sie attraktiver fanden.

Gesundheitsstatus beeinflusst das Ergebnis - Ergebnis: In allen Nationen bevorzugten Männer im Durchschnitt jeweils die weiblicheren Gesichter. In Ländern, die einen hohen National Health Index (NHI) haben, in denen die Bevölkerung also einen sehr guten Gesundheitsstatus hat, war dieser Trend jedoch besonders stark ausgeprägt.

Marcinkowska und ihre Kollegen haben verschiedene Erklärungen für dieses Phänomen. Den Autoren zufolge wird eine hohe Weiblichkeit mit einer geringeren Dominanz assoziiert.

Raue Umwelt erfordert weniger weibliche Frauen - Es sei daher denkbar, dass Männer in einer raueren Umgebung weniger weibliche Frauen bevorzugen, da diese möglicherweise besser um Ressourcen wetteifern können als ihre feminineren Geschlechtsgenossinnen.

Auch in unterschiedlichen Testosteronwerten liege eine mögliche Erklärung für die Ergebnisse, heißt es in den „Biology Letters“. Testosteron ist ein wichtiges Sexualhormon. In der Studie hatten Probanden mit viel Testosteron im Blut eine stärkere Vorliebe für weiblichere Frauengesichter.

Vorherige Untersuchungen hätten gezeigt, dass Männer in Ländern mit einem schlechten Gesundheitsstatus im Mittel einen geringeren Testosteronspiegel haben, schreiben die Forscher.

Ergebnisse widersprechen gängiger Hypothese - Die Ergebnisse widersprechen der Hypothese, dass feminine Gesichter bei Frauen für Fruchtbarkeit und „gute Gene“ sprechen und gerade Männer in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung diese Merkmale bevorzugen, um möglicherweise die Überlebenschancen des Nachwuchses zu verbessern.

Bislang sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Männer Frauen mit femininen symmetrischen Gesichtszügen deswegen als attraktiv empfinden, weil diese deutliche Hinweise auf Fruchtbarkeit und gute Gene liefern würden.

Stark asymmetrische Gesichter würden im Umkehrschluss eher mit einer durch Krankheit geprägten Entwicklung des Individuums assoziiert. Außerdem deute Symmetrie auf eine breit gefächerte genetische Ausstattung des Individuums hin – eine hohe Anzahl von Genvarianten weise zudem auf eine gute Immunabwehr hin.

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