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Was gegen fröstelnde Zehen und Finger hilft

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Baku, 22. November, AZERTAG

Es ist schlichtweg unfair: Mit dem Herbst beginnt bei rund 80 Prozent aller Frauen die Zeit der kalten Hände und Füsse. Sie klammern sich tagsüber dauernd an heiße Teebecher, wachen nachts mit fröstelnden Zehen auf oder schlafen wegen der Eisbeine erst gar nicht ein.

Männer kennen dieses Frier-Phänomen kaum, höchstens jeder fünfte spürt es – hin und wieder mal. Wie auch, denn Schuld an der permanenten Fröstelei ist ein Schutzmechanismus der Evolution speziell für Frauen: Der Muskelanteil des weiblichen Körpers liegt bei etwa 23 bis 25 Prozent, der von Männern bei 40. Frauen haben also einen fast doppelt so hohen Anteil an Körperfett, das aber nicht besonders gut gegen Kälte isoliert. Vor kalten Füßen und Händen ist man im Winter nirgendwo richtig sicher. Was wirklich gegen kalte Füße und Hände hilft.

Ein Spaziergang kann besonders aus einem Grund höchst unangenehm werden: Wenn einem die Kälte in die Schuhe oder unter die Handschuhe kriecht. Auch im Haus und im Büro werden Finger und Zehen in der kalten Jahreszeit nicht selten zu Eiszapfen. Wer nur hin und hin wieder und vor allem bei kalten Temperaturen unter frierenden Extremitäten leidet, braucht sich keine Sorgen zu machen – man kann sie mit relativ einfachen Mitteln schnell wieder „auftauen“. Doch wieso bekommen wir im Winter eigentlich ständig kalte Füße und Hände?

Dass bei kalten Temperaturen als erstes Zehen und Finger eisig werden, liegt an einem grundlegenden Schutzmechanismus des Körpers. Wenn das Quecksilber draußen fällt, muss der Körper reagieren, um sich vor einer Auskühlung zu schützen. Dabei haben Hirn und innere Organe absoluten Vorrang – sie wärmt der Organismus mithilfe des Wärmetransportmittels Blut auf. Damit also mehr Blut in die Körpermitte und zum Kopf fließen kann, reduziert der Körper als erstes die Blutzufuhr zu den Extremitäten. Das hat zur Folge, dass Hände und Füße, aber auch Ohren und die Nase schnell auskühlen.

Dem Klischee entsprechend passiert das bei Frauen tatsächlich oft schneller als bei Männern. Das liegt vermutlich daran, dass Frauen in der Regel weniger Muskelmasse und mehr Fettpölsterchen besitzen. Je größer und muskulöser ein Körper ist, desto besser kann er sich gegen Kälte wehren. Muskelmasse werde nämlich auch im inaktiven Zustand ausreichend durchblutet, Fettgewebe fehle diese Eigenschaft.

Obwohl sie mehr Muskeln haben, bekommen aber auch Männer im Winter mal kalte Zehen. Was hilft also wirklich gegen Eisfüße und Frost-Hände? „Das ist erschreckend banal: Ziehen Sie sich warm an!“, empfehlen Fachärzte. „Achten Sie dabei vor allem auf bequemes Schuhwerk und Socken – Schuhe, die drücken, stören die Durchblutung und lassen so die Füße kalt werden.“

Ein Material eignet sich zum „dick einpacken“ besonders gut: Wolle. Die kann Feuchtigkeit nämlich besser aufnehmen als Baumwolle und fühlt sich auch nach einigem Schwitzen noch trocken an. Außerdem isoliert Wolle die eigene Körperwärme und wirkt gleichzeitig temperaturausgleichend.

Problematisch werden die kalten Hände und Füße dann, wenn sie sich trotz Sport, Wollsocken und Winterschuhen und auch bei milden Temperaturen nicht richtig aufwärmen. Wer konstant unter Eisfüßen leidet, könnte unter Umständen eine Durchblutungsstörung haben und sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion, Blutarmut aufgrund von Eisenmangel und niedriger Blutdruck können der Grund für ständig fröstelnde Extremitäten sein.

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