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Weibchen stechen schneller zu

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Baku, den 31. Mai (AZERTAG). Wer einem Skorpion begegnet, sollte auf ein Treffen mit einem Männchen hoffen. Denn weibliche Tiere reagieren deutlich aggressiver, wenn sie sich bedroht fühlen. Schuld ist wohl ihr höheres Gewicht.

Weibchen sind nicht nur wesentlich aggressiver, sie sind beim Stechen auch schneller als männliche Artgenossen. Damit kompensieren sie vermutlich den Nachteil, dass sie langsamer laufen und daher schlechter fliehen können. Das berichten US-Forscher um Bradley Carlson von der Pennsylvania State University in University Park in der Zeitschrift „PLOS ONE“.

Die Forscher untersuchten den im Süden der USA und in Nordmexiko lebenden Arizona-Rindenskorpion (Centruroides vittatus). Die etwa zwei Zentimeter langen Tiere müssen sich in der Natur vor vielen Feinden in Acht nehmen, etwa vor Vögeln, Mäusen, Schlangen, Eidechsen oder anderen Skorpionen.

Acht Stiche in zwei Sekunden - Bei Dutzenden Weibchen und Männchen prüften die Biologen Gewicht, Lauftempo, Aggressivität und Stechgeschwindigkeit. Demnach sind die etwas kleineren Weibchen schlechte Sprinter. Das führen die Forscher auf ihr höheres Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße zurück - schließlich sind Skorpion-Weibchen 80 Prozent des Jahres trächtig. Die Männchen hatten dagegen längere Beine und rannten um etwa 30 Prozent schneller.

Diesen Nachteil glichen die Weibchen durch höhere Aggressivität aus. Auf eine simulierte Bedrohung griffen sie in jedem Durchgang mindestens einmal an. Dies taten nur 64 Prozent der Männchen. Außerdem stachen die Weibchen schneller: In zwei Sekunden brachten sie es im Mittel auf 8 Stiche, Männchen dagegen nur auf 6,5.

„Schwere Skorpione sind anscheinend aggressiver, weil es für sie schwieriger ist, Gefahren zu entkommen“, sagt Carlson. „Der Gewichtsunterschied zwischen Männchen und den gewöhnlich trächtigen Weibchen scheint zu erklären, warum sie in einer Kampf-oder-Flucht-Situation unterschiedliche Optionen wählen.“

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