GESELLSCHAFT


Weltklimakonferenz in Lima

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Baku, 1. Dezember, AZERTAG

Die Klima-Karawane trifft sich nun in Perus Hauptstadt Lima, um zu verhandeln, wie der Trend noch zu stoppen ist. Zum Symbol der Erderwärmung ist der Eisbär geworden. 2004 wurden in Alaska und im Nordwesten Kanadas noch 1500 Eisbären gezählt, zuletzt waren es nur noch 900. „Das sommerliche Packeis auf dem Meer ist seit Jahren auf dem Rückzug und ohne Eis fehlt den Bären die Plattform zum Robbenjagen. Das macht das Überleben, gerade für Jungtiere, immer schwieriger“, sagt Sybille Klenzendorf vom WWF-Arktisprogramm.

Bei der Klimakonferenz 2010 im mexikanischen Cancún war beschlossen worden, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Doch die bisherigen Maßnahmen reichen dafür sicher nicht. In Lima, wo vom 1. bis 12. Dezember 195 Staaten verhandeln, soll das Gerüst beschlossen werden für den globalen UN-Klimavertrag, der bei der Konferenz in Paris im Jahr darauf geschaffen werden soll. Bis hin zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war zuletzt neue Hoffnung geschöpft worden - vor allem weil die Bremser USA und China sich ein ganz klein wenig bewegen.

US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, dass die USA bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren wollen. China will vom Jahr 2030 an den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids senken. Ist das wirklich ausreichend? In Berliner Regierungskreisen wird registriert: Chinas Führung sei nervös, wegen Tausender ungenehmigter Demos gegen Luftverschmutzung im Land. Auch Indien bewege sich. Aber: Immer geht es auch um Lasten- und Schuldverteilung. Denn lange wuchs nur der Westen - mit entsprechender CO2-Verschmutzung.

Letztlich wird auf eine Eigendynamik gehofft, in eine positivere Richtung als 2009 - damals scheiterte in Kopenhagen ein erster Anlauf für ein globales Abkommen kläglich. Alle Staaten sollen möglichst bis zur Konferenz in Lima, spätestens aber bis Ende März ihre nationalen Minderungsziele vorlegen. In Peru werde es vor allem darum gehen, welche Gase einbezogen werden und auf welche Zieljahre sich die Verpflichtungen beziehen sollen.

Die EU will bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen im Vergleich zu 1990. China, mit Abstand größter Emittent, will bis dahin mehr ausstoßen als heute schon.

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