WELT


Weltweit sterben immer weniger Menschen an Unterernährung

A+ A

Baku, 16. Oktober, AZERTAC 

Die gute Nachricht vorweg: Weltweit sterben immer weniger Menschen an Unterernährung. Doch noch immer hungert mehr als jeder Achte, bewaffnete Konflikte verschärfen das Problem.

Die Zahl der weltweit hungernden Menschen ist in den ersten 15 Jahren dieses Jahrhunderts deutlich gesunken. Nach dem am Montag veröffentlichten Welthunger-Index des Internationalen Forschungsinstituts für Ernährungs- und Entwicklungspolitik hat sich der Anteil der Unterernährten an der Weltbevölkerung seit dem Jahr 2000 von 18,5 auf 13,1 Prozent verringert. Die Zahl der hungernden Menschen liegt heute bei 795 Millionen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert wurden besonders die katastrophalen Hungersnöte (diejenigen mit mehr als einer Million Todesopfern) und die großen Hungersnöte (diejenigen mit mehr als 100.000 Todesopfern) zurückgedrängt. Während in manchem Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts noch 15 Millionen Menschen bei einer Hungersnot ihr Leben verloren, waren es in diesem Jahrhundert bislang 600.000.

Die absolute Zahl der Menschen, die weltweit an den Folgen von Unterernährung sterben, liegt jedoch noch weit höher. Eine Studie hatte 2013 ergeben, dass jedes Jahr 3,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren ums Leben kommen, weil sie nicht genug zu essen haben. Trotzdem sank die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren seit dem Jahr 2000 von 8,2 auf 4,9 Prozent. Auch Wachstumsverzögerungen gingen von 37,5 auf 28,2 Prozent zurück.

Bewaffnete Konflikte verschärfen die Situation - Während sich die Situation in den Entwicklungsländern verbessert, verschärfen bewaffnete Konflikte in anderen Regionen die Situation. Die Welthungerhilfe rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, mehr dagegen zu tun. „Konflikte wie in Syrien, dem Irak oder im Südsudan sind die größten Hungertreiber“, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Diekmann. 172 Millionen Menschen sind demnach aktuell von solchen Konflikten betroffen.

Vor allem in Südamerika, Asien und Osteuropa hat sich die Situation der Langzeitstudie zufolge deutlich verbessert. In etwa jedem vierten Land der Welt ist die Lage aber weiterhin ernst oder sehr ernst. Vor allem Afrika und Südasien sind weiterhin von Hungersnöten betroffen. Am schlimmsten ist die Lage in Sambia im südlichen Afrika und in den afrikanischen Bürgerkriegsländern Tschad und Zentralafrikanische Republik. Dahinter folgen Madagaskar und Sierra Leone, der Karibikstaat Haiti sowie Afghanistan und Osttimor in Asien.

Wer unterernährt ist, kann laut World Food Programme sein Körpergewicht nicht halten und ist zu schwach, auch leichte Arbeit zu verrichten. Hat der Körper über einen längeren Zeitraum weniger Kalorien zu sich genommen als er am Tag verbraucht, beginnt er zu sparen und reduziert seine Leistungsfähigkeit. Darunter leidet auch das Immunsystem, sodass sonst harmlose Krankheiten das Leben gefährden.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind