WIRTSCHAFT


Weltwirtschaft derzeit mehrfach belastet

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Baku, 2. September, AZERTAC

Fallen an der Shanghaier Börse die Kurse, fallen sie rund um den Globus: IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor den Risiken für die Weltwirtschaft durch Turbulenzen in China gewarnt - und fordert eine strengere Finanzaufsicht.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor der Gefahr gewarnt, die von Fehlentwicklungen in einer Volkswirtschaft für andere Regionen der Welt ausgehen kann. Die jüngsten Schwankungen auf den weltweiten Finanzmärkten zeigten, wie rasch die Risiken übergreifen könnten, sagte Lagarde auf einer Konferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Anlass der Äußerungen waren die jüngsten Börsenturbulenzen in China.

„Was sich in den vergangenen Wochen erwiesen hat, ist, wie sehr Asien im Zentrum der Weltwirtschaft steht“, sagte die IWF-Präsidentin. Insbesondere gilt das Lagarde zufolge für China: Es habe sich auch gezeigt, wie sehr Störungen auf einem einzigen Markt in Asien auf den Rest der Welt übergreifen könnten.

Die Chefin des IWF mahnte, die Abwehrkräfte von Volkswirtschaften zu stärken. Die erforderlichen Maßnahmen könnten sich zwar von Land zu Land unterscheiden. Zumeist gehörten dazu aber eine umsichtige Fiskal- und Wechselkurspolitik, die Eindämmung exzessiven Kreditwachstums, der Aufbau angemessener Devisenreserven - und eine Stärkung der Finanzaufsicht.

Weltwirtschaft derzeit mehrfach belastet – Vor allem „diese neuen und innovativen“ Finanzprodukte sollten die Aufseher genau beobachten, mahnte Lagarde. Die von diesen Produkten ausgehenden Risiken müssten Aufseher im Blick haben, unabhängig davon, ob sie von traditionellen oder von Schattenbanken vertrieben würden.

An den Börsen in China sind die Kurse in den vergangenen Wochen stark gefallen, nachdem sie zuvor binnen eines Jahres rund 150 Prozent zugelegt hatten. Die starken Verluste in China führten auch an den Aktienmärkten im Rest der Welt zu fallenden Kursen, etwa in Frankfurt.

Am Mittwoch rutschten die Börsen in Shanghai und Shenzen kurz nach Öffnung mit rund 4,5 Prozent erneut tief ins Minus, später stiegen die Kurse jedoch wieder und pendelten um die Schlusswerte des Vortages. Zudem schwächelt die Wirtschaft Chinas seit längerem.

Derzeit sei die Weltwirtschaft außer durch die Anpassungen in China noch durch eine ganze Reihe von Entwicklungen belastet, sagte Lagarde: das langsame Wachstum in Japan, fallende Rohstoffpreise vor allem in den Schwellenländern und die Unsicherheit, wann und in welchem Umfang die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben wird.

Lagarde forderte angesichts des Finanzbedarfs in Asien eine enge Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen wie der von China angestoßenen Asiatischen Infrastruktur und Investitionsbank AIIB, der Asiatischen Entwicklungsbank ADB und der Weltbank.

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